Abformung mit individuellem Löffel.
Abformung mit individuellem Löffel. © Schunk

Die Abformung mit dem individuellen Löffel nach der GOZ-Nr. 5170: Durch den Runderlass des Finanzministeriums NRW vom 16.11.2012 (B 3100 – 3.1.6.2.A – IV A 4), der zahlreiche Hinweise zum zahnärztlichen Gebührenrecht enthält, wurde die Beihilfefähigkeit von erbrachten und abgerechneten zahnärztlichen Leistungen erheblich eingeschränkt, beispielsweise auch bei dieser Leistung.

So heißt es dort unter Punkt 22: „Die Berechnung einer Gebühr nach Nummer 5170 GOZ kann regelmäßig nur im Zusammenhang mit prothetischen Leistungen (Abschnitt F des Gebührenverzeichnisses) in Betracht kommen, wenn die in der Leistungsbeschreibung genannten qualifizierten Voraussetzungen vorliegen. Die Abformungen im Zusammenhang mit der Versorgung der Zähne mit Einlagefüllungen und Einzelkronen sind mit den Leistungen nach den Nummern 2150 bis 2170 und 2000 bis 2220 GOZ abgegolten (2. Abrechnungsbestimmung nach Nummer 2220 GOZ).“

Vorweg eine Grundsatzbemerkung: Beihilfebestimmungen regeln in keinem Fall die Berechnungsfähigkeit von GOZ-Leistungen!

Äußert sich die Beihilfe dennoch zur „Berechnung“ von zahnärztlichen Leistungen, überschreitet sie ihre Zuständigkeit und ihre Kompetenz. Wenn die Beihilfe sich wie bei der Nr. 5170 zur Berechnung äußert, will sie in Wirklichkeit über die Berechnungsfähigkeit hinausgehend Erstattung einschränken und sich dafür eine Begründung schaffen.

Zahnersatz nicht ausschlaggebend

Leistungsinhalt der Nr. 5170 ist die Abformung mit einem zahntechnisch hergestellten („laborgefertigten“) Löffel, der notwendigerweise individuell an die Mundverhältnisse des einzelnen Patienten angepasst ist. Es kommt bei der Berechnung der Nr. 5170 weder aus gebührenrechtlicher noch aus zahnmedizinischer Sicht darauf an, ob und mit welcher Art von Zahnersatz der Patient versorgt wird. Vielmehr ist aufgrund eines ungünstigen Zahnbogens- und/oder einer ungünstigen Kieferform und/oder tief ansetzenden Bändern eine anatomische Abformung „des Kiefers“ erforderlich, um das Behandlungsziel zu erreichen. Das kann neben Versorgungen mit Kronen, Inlays oder Brücken auch anatomische Abformungen für notwendige Aufbissbehelfe, kieferorthopädische Geräte oder auch schlicht Planungsmodelle betreffen.

Quelle: DENTAL MAGAZIN 8/2015
Autor: Steffi Scholl

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