Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer
Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer © BZÄK/Lopata

Er hoffe, dass der Bundesrat die Einsicht habe, die Entscheidung versorgungspolitisch für die Patienten zu treffen und für die neue AppO-Z zu stimmen, sagte Engel. Wenn die Novelle vor dem Bundesrat noch scheitere, sei man auf den „Masterplan Medizinstudium 2020“ angewiesen, der im Koalitionsvertrag festgelegt wurde. Aber hier sei die Unsicherheit groß: Unklar sei, wann dieser Plan konkret umgesetzt werde – außerdem sei es für die Zahnärzte viel schwieriger, ihre Interessen in dem Masterplan unterzubringen.

Die wichtigsten Neuerungen:

  • Die Schwerpunkte Parodontologie und Prävention sollen im Studium gestärkt werden.
  • Medizinische Kenntnisse werden schon in der vorklinischen Phase vermittelt und sind dann bei der Patientenbehandlung verfügbar. Dafür sollen die Studenten deutlich mehr medizinische Veranstaltungen besuchen als bisher.
  • Vorgeschrieben sind ein Krankenpflegepraktikum und eine vierwöchige Famulatur in einer Zahnarztpraxis.
  • Die Betreuungsrelation wird im so genannten Phantomkurs von bisher 1:20 auf 1:15 Lehrende zu Studierenden erhöht. Beim Unterricht am Patienten soll künftig eine Relation von 1:3 statt bisher 1:6 Lehrenden zu Studierenden gelten.
  • Die Studierenden sollen besser an Forschungsthemen und wissenschaftliches Arbeiten herangeführt werden. Wissenschaftliches Arbeiten mit den Schwerpunkten Medizinische Biometrie, Medizinische Informatik, Literaturrecherche und -bewertung und Evidenzbasierte Medizin sollen als Querschnittsbereich eingeführt werden.
  • Die Gleichwertigkeit ausländischer Abschlüsse wird gerichtsfest geregelt. Dazu werden auch Prüfungsabläufe und Prüfungsinhalte klar festgelegt.

Ein Kritikpunkt: Die hohen Kosten

Das Problem: Kostenneutral umsetzbar ist das alles nicht – für den Bundesrat könnte das ein Grund sein, gegen die Novelle zu stimmen. Hier will die BZÄK noch Überzeugungsarbeit leisten: Am 29. August soll es noch ein Treffen mit den Ländervertretungen geben. Warum die neue Approbationsordnung nicht nur eine Frage der Kosten ist – auch dazu nimmt Dr. Peter Engel im Podcast Stellung:

Dr. Peter Engel im Telefoninterview mit Stefanie Hanke

Die alte Approbationsordnung stammt noch aus dem Jahr 1955 – eine Neufassung ist aus Sicht der BZÄK schon lange fällig. Wenn der Bundesrat zustimmt, soll die neue Fassung voraussichtlich im Oktober 2018 in Kraft treten. Geplant ist auch eine Übergangsregelung.

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Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Dental Online Channel.