Für die aktuelle Studie hat das IDZ junge Zahnärztinnen und Zahnärzte befragt. © Wavebreakmedia/iStockphoto

Insgesamt knapp 1.400 Studierende, mehr als 1.800 Assistenzzahnärzte und 2.500 angestellte Zahnärzte haben die Wissenschaftler befragt. Zusätzlich diskutierten Studierende an drei Universitäten in Gruppen über ihre berufliche Zukunft. Die Studie ist schon 2014 gestartet – im Frühjahr wurden weitere Daten erhoben. Jetzt wurden neue Ergebnisse veröffentlicht: Danach planen 60,9 Prozent der Assistenzärzte, sich später mit einer eigenen Praxis niederzulassen – darunter deutlich mehr Männer (rund 79 Prozent) als Frauen (rund 54 Prozent).

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Eine wichtige Rolle spielen bei den eigenen Zukunftsplänen auch das Privatleben und die Familienplanung: Zwar haben nur wenige der Befragten bereits Kinder, doch mehr als 80 Prozent planen, später welche zu bekommen. Für knapp ein Drittel der Studierenden gehört die Gründung einer Familie zu den Wünschen für die nächsten zwei Jahre – bei den Assistenzärzten sind es schon 38 Prozent. Für die angestellten Zahnärzte ist die Familiengründung mit 44 Prozent noch einmal deutlich wichtiger.

Dass sich Beruf und Familie gut verbinden lassen, ist vor allem für die weiblichen Befragten wichtig. Viele sehen darin einen Vorteil des Zahnarztberufs. Gerade junge Mütter sehen sich deshalb eher als angestellte Zahnärztinnen – etwa die Hälfte denkt, dass die Vereinbarkeit hier leichter umsetzbar ist. Außerdem erwarten die Studienteilnehmer bei einer Anstellung mehr finanzielle Sicherheit und Freizeit als in einer eigenen Praxis. Für die Phase der Praxisgründung rechneten die Studienteilnehmer dagegen mit deutlich weniger Freizeit: Deshalb halten viele eine Niederlassung parallel zur Familiengründung auch für schwer umsetzbar. Die Familienplanung stellt also für viele junge Zahnmediziner eine Barriere da, wenn es um die Frage der Praxisgründung geht. Als weitere Hemmnisse werden außerdem die Bürokratie, der Stress und das finanzielle Risiko wahrgenommen.

Geplant ist, die jungen Zahnärzte weiter zu begleiten und in zwei Jahren noch einmal zu befragen.

Im Gespräch mit dem Dental Online Channel hat die Autorin der Studie, Dr. Nele Kettler, weitere Ergebnisse verraten. Hier können Sie das Interview exklusiv hören.

Dr. Nele Kettler im Telefoninterview:

Die Studie befasst sich auch mit der Frage, wie gut sich die Studierenden auf die zahnmedizinische Praxis vorbereitet fühlen. Über dieses Thema hat Dr. Nele Kettler im zweiten Teil ihres Interviews mit dem Dental Online Channel gesprochen.

Mehr Informationen zur Studie gibt es in der Datenbank der Versorgungsforschung Deutschland.

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Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Dental Online Channel.