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„Das Fehlen konkreter Vorgaben hat immer wieder zu Unsicherheiten und Nachfragen geführt. Die KZBV hat sich daher schon seit längerer Zeit dafür eingesetzt, diesem Umstand dadurch abzuhelfen, dass Inhalt und Umfang der Verordnungsmöglichkeiten im Einzelnen vorgegeben werden und Vertragszahnärzte wie auch Erbringer von Heilmitteln mehr Rechtssicherheit erhalten“, erläutert der stellvertretende KZBV-Vorstandsvorsitzende ZA Martin Hendges. Dieses Ziel sei mit der Richtlinie erreicht worden.

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ZA Martin Hendges, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZBV

Broschüre erläutert Richtlinientext und Heilmittelkatalog

In der Broschüre der KZBV ist die neue Richtlinie einschließlich des Heilmittelkatalogs für Zahnärzte im Volltext abgedruckt (Broschüre Seite 7 bis 23). Die Richtlinie gliedert sich in zwei Teile: Teil Eins (Seite 7 bis 16) umfasst den Richtlinientext. Hier werden die grundlegenden Voraussetzungen zur Verordnung von Heilmitteln durch Vertragszahnärzte geregelt.

Der zweite Teil (Seite 17 bis 23) beinhaltet den Heilmittelkatalog: Hier werden die einzelnen medizinischen Indikationen dem jeweiligen verordnungsfähigen Heilmittel zugeordnet, das Ziel der jeweiligen Therapie beschrieben sowie Verordnungsmengen im Regelfall festgelegt. Hierzu wurden sogenannte „Indikationsgruppen“ gebildet, die in Teilen mit einzelnen Leitsymptomatiken ergänzt werden.

Zu den Indikationsgruppen gehören: „Craniomandibuläre Störungen“, „Fehlfunktionen bei angeborenen cranio- und orofazialen Fehlbildungen und Fehlfunktionen bei Störungen des ZNS, „Chronifiziertes Schmerzsyndrom“, „Störungen des Sprechens“, „Störungen des oralen Schluckakts“ und „Orofazialen Funktionsstörungen“. Diese Indikationsgruppen bilden abschließend die zahnmedizinisch relevanten Fälle ab, bei denen Heilmittelverordnungen vorgenommen werden können.

So wird bei craniomandibuläre Störungen, Fehlbildungen, Schmerzen und Lymphabflussstörung durch beispielsweise chirurgische Eingriffe vor allem physiotherapeutische Maßnahmen wie Krankengymnastik oder eine Manuelle Therapie empfohlen. Bei Traumata oder nach Tumor-Operationen im Zahn-, Mund- und Kieferbereich, nach denen es zu Störungen der Sprache und des Schluckaktes kommt, ist eine Sprech- und Sprachtherapie unterschiedlicher Länge anzuraten.

Heilmittelverordnung nur mit Verordnungsformular

Anschließend wird der Heilmittelkatalog unter „Umsetzung der Heilmittelverordnung“ (Seite 24 bis 31) noch einmal umfassend erläutert. Dargestellt werden die im Einzelnen verordnungsfähigen Heilmittel sowie die Grundsätze für deren Verordnung. Am Ende werden unter „Grundsätze der Heilmittelverordnung“ alle Voraussetzungen aufgeführt, die für eine Verordnung erbracht werden müssen.

Für die Heilmittelverordnung muss das zwischen KZBV und GKV-Spitzenverband vereinbarte Verordnungsformular verwendet werden. Ein Vordruck dieses Verordnungsformulars ist ebenfalls in der Broschüre zu finden. Dieses können Sie hier downloaden:

In der Broschüre haben die Vertragspartner das Formular um praktische Hinweise ergänzt, wie die einzelnen Felder ausgefüllt werden müssen.

Die gesamte Broschüre können Sie hier downloaden:

Weitere Informationen stehen auf der Website der KZBV bereit.

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mm
Ist Volontärin in der Redaktion Medizin/Zahnmedizin beim Deutschen Ärzteverlag.