Orthopantomogramm
Orthopantomogramm © SvedOliver/shutterstock

Dazu heißt es in den weiteren Ausführungen: „Bei der Planung von Implantaten führen einige Zahnärzte dazu eine Computertomografie durch. Diese Form der Planung übersteigt in der Regel das Maß des Notwendigen und Angemessenen und ist daher nicht beihilfefähig.“ Standard in der präoperativen implantologischen Diagnostik seien das Orthopantomogramm OPG (= Röntgenaufnahme) mit Messvorrichtungen, einartikulierte Modelle und eine eventuelle Schleimhautdickenmessung am gesägten Modell, um die Breite des knöchernen Alveolarfortsatzes feststellen zu können. (Bundesnetzagentur, Shared Service Center, Beihilfe – März 2015)

In der Mitteilung heißt es außerdem, dass das Computertomogramm als zusätzliches Hilfsmittel nur dann sinnvoll sei, wenn umfangreiche knöcherne Areale wiederhergestellt werden müssen und das OPG bei schwierigen anatomischen Verhältnissen keine ausreichende Information zur Verfügung stellen könne. (Diese Angaben sind allerdings in der gültigen Bundesbeihilfeverordnung nicht enthalten.)

Leistungsbeschreibung von CT & DVT fast identisch

Es kann festgestellt werden, dass die Leistungsbeschreibung der CT-Aufnahme nach GOÄ 5370 mehr oder weniger mit der Leistungsbeschreibung einer DVT-Aufnahme übereinstimmt, da offensichtlich deutliche inhaltliche Leistungsüberschneidungen vorhanden sind. Ob zur Implantatplanung nun eher ein Dental-CT oder eine DVT-Aufnahme vom jeweiligen Operateur bevorzugt wird, ist sicher individuell sehr unterschiedlich. Beim Lesen der Beihilfeauslegung zum CT durch eine Bundesbehörde jedoch könnte dies für die Patienten unter Umständen ein Aspekt sein, der Rückfragebedarf generiert. Denn auch wenn in den eingangs erwähnten Bestimmungen explizit nicht von einer DVT-Aufnahme die Rede ist, kann davon ausgegangen werden, dass versucht wird, diese unter dem beihilferechtlich gebrauchten Begriff „Computertomogramm“ zu subsumieren, schon allein wegen der beschriebenen Leistungsüberschneidungen.

Werden die Röntgendaten einer angefertigten DVT-Aufnahme nun später, beispielsweise von einem Überweiser, mit abweichender, spezialisierter Fragestellung und Software durchmustert und ausgewertet, dann ist eine weitere Leistung entsprechend Ä5377 erfolgt, ohne dass eine erneute Berechnungsmöglichkeit der Grundleistung (hier also DVT) gegeben ist. Diese Planungsauswertungen erfolgen in der Regel mit einer speziellen Software; erstellt werden damit meist besondere 3D-Rekonstruktionsplanungsunterlagen, gegebenenfalls erfolgt eine virtuelle Planung, wie etwa mit verschiedenen Therapieansätzen.

Quelle: DENTAL MAGAZIN 4/2016
Autor: Steffi Scholl

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