Analog berechnet und nicht erstattet?
Analog berechnet und nicht erstattet? © LosRobsos/fotolia

Beispiele für moderne Therapien gibt es zahlreiche, eines haben diese Behandlungsmöglichkeiten gemeinsam: Es geht neben dem bestmöglichen Behandlungserfolg auch darum, möglichst gewebeschonend zu arbeiten. Damit werden die eigentliche Behandlungsdauer, aber auch die Heilungsverläufe oft deutlich abgekürzt. Am Ende wird der Patient weniger belastet.

Deshalb wollen natürlich immer mehr Patienten diese modernen Therapieansätze für sich nutzen. Eigentlich ist es aus gebührenrechtlicher Sicht kein Problem, solche „neuen“ Leistungen zu berechnen. Die Kehrseite des Fortschritts zeigt sich jedoch im Erstattungsverhalten von privaten Krankenversicherern und Kostenerstattern wie Beihilfe oder Postbeamtenkrankenkasse (PBeaKK). Noch immer wird – wie schon zu Zeiten der GOZ’88 – der Grundsatz der freiwilligen Erstattung von analog berechneten Leistungen vorgebracht. Die Beihilfestellen und die Post hingegen erstatten erfahrungsgemäß analog berechnete Leistungen gar nicht oder nur in wenigen Einzelfällen.

Behandelnde ist zuständig

„Generell ist der behandelnde Zahnarzt allein zuständig und verantwortlich für die Wahl der angemessenen analogen Gebührennummer bei zahnärztlichen Leistungen, die in der GOZ nicht abgebildet sind.“

Ein Fazit: Bei der Berechnung von Analogleistungen folgt man dieser Feststellung des GOZ-Senats der BZÄK (Klartext vom 27.06.2012): „Generell ist der behandelnde Zahnarzt allein zuständig und verantwortlich für die Wahl der angemessenen analogen Gebührennummer bei zahnärztlichen Leistungen, die in der GOZ nicht abgebildet sind.“

Wohl begründbar kann allerdings die weitere Einschätzung der BZÄK abweichend gesehen werden: „Eine zahnärztliche Leistung, die analog berechnet werden muss, kann in ihrer Ausgestaltung derart unterschiedlich gewichtet sein, dass die Fixierung auf eine analoge Gebührennummer nicht sachgerecht wäre.“ Dagegen kann die Vereinbarung nach § 2 (1, 2) GOZ angeführt werden: Sie bietet eine gut abgesicherte Möglichkeit, unterschiedlich nötige Steigerungssätze auch bei Analogberechnungen mit gleichen Analogziffern vorab einvernehmlich festzulegen.

Quelle: DENTAL MAGAZIN 5/2016
Autor: Steffi Scholl

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