Zur Bundestagswahl hat die BZÄK einen Katalog mit zehn Forderungen für die kommende Legislaturperiode herausgegeben.
Zur Bundestagswahl hat die BZÄK einen Katalog mit zehn Forderungen für die kommende Legislaturperiode herausgegeben. © Fotolia / Zerbor
„Gesundheitspolitische Perspektiven für die Legislaturperiode 2017-2021“ heißt das Dokument, das die BZÄK vorgelegt hat. Darin sind zehn Forderungen an die künftige Bundesregierung aufgeführt. Die Kammer führt dazu schon jetzt – im Vorfeld der Wahl – Gespräche mit den einzelnen Parteien. Das Ziel sei es, durch die Gesundheitspolitik rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die hervorragende zahnmedizinische Betreuung in Deutschland erhalten bleibe. Vor allem im Bereich Prävention gebe es deutliche Erfolge, sagte Kammerpräsident Dr. Peter Engel im Gespräch mit dem Dental Online Channel:

Dr. Peter Engel im Gespräch mit Stefanie Hanke

Die zehn Forderungen der BZÄK

1. Wahrung der Patientenrechte: Dabei soll auch der Stellenwert der etablierten Patientenberatung und des Gutachter- und Schlichtungswesens gestärkt werden.

2. Schutz von Freiberuflichkeit und Selbstständigkeit der Zahnärzte: Damit soll die Politik gleichzeitig dafür Sorge tragen, dass den Zahnärzten der notwendige Freiraum für Therapiefreiheit und eine verantwortliche Patientenbetreuung zur Verfügung steht.

3. Anpassung der Vergütung an die wirtschaftliche Entwicklung: Dafür soll der Punktewert der GOZ kontinuierlich angepasst werden.

4. Weiterentwicklung präventiver Konzepte: Die Zahnmedizin soll stärker in die gesundheitspolitischen Präventionsprogramme eingebunden werden. Außerdem soll die Expertise der Zahnärzte in Präventionskonferenzen besser genutzt werden.

5. Verankerung des Qualitätsfortschritts der Zahnmedizin auch in der Ausbildung: Dafür soll die Ausbildung junger Zahnärzte modernisiert und an die aktuelle wissenschaftliche Entwicklung angepasst werden.

6. Patientenorientierter Ausbau des dualen Systems der Krankenversicherung: Eine so genannte „Bürgerversicherung“ lehnt die Bundeszahnärztekammer dabei entschieden ab.

7. Richtige Weichenstellungen bei der zahnärztlichen Versorgung: Jeder Bürger soll in der Nähe seines Wohnortes Zugang zu guter zahnärztlicher Versorgung haben. Dafür müssen Anreize geboten werden, damit sich Zahnärzte häufiger auch in ländlichen Regionen niederlassen.

8. Verbesserung der Rahmenbedingungen für junge Zahnärzte: Dafür muss unbedingt die Novelle der zahnärztlichen Approbationsordnung verabschiedet werden.

9. Förderung des Praxis-Teams: Dafür soll das duale Ausbildungssystem gestärkt und das erfolgreiche, praxisorientierte Aufstiegsfortbildungsmodell für nicht-zahnärztliches Assistenzpersonal gefördert werden.

10. Verhinderung einer Aushöhlung des deutschen Qualitätsniveaus: Dafür soll sichergestellt werden, dass die hohen Ausbildungs- und Qualitätsstandards nicht durch binnenmarktpolitische Maßnahmen der EU untergraben werden.

Der ausführliche Forderungskatalog „Gesundheitspolitische Perspektiven für die Legislaturperiode 2017-2021“  kann auf der Internetseite der Bundeszahnärztekammer heruntergeladen werden.

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Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Dental Online Channel.