Die Schlichtungsstellen sollen Zahnärzten und Patienten dabei helfen, ihre Konflikte gütlich beizulegen. Dabei geht es meistens um den Vorwurf einer fehlerhaften Patientenaufklärung und Behandlung. Durch die Schlichtung soll ein Gerichtsverfahren vermieden werden – und das spart nicht nur Zeit, sondern auch Geld: Denn die Schlichtung ist häufig für beide Seiten kostenlos – in jedem Fall aber deutlich günstiger als der Gang vor Gericht. Wichtig ist: Sowohl der Zahnarzt als auch der Patient müssen dem außergerichtlichen Verfahren zustimmen – lehnt eine der beiden Parteien den Schlichtungsversuch ab, kommt er nicht zustande.

Je nach Bundesland sind die Schlichtungsstellen zum Teil mit erfahrenen Zahnmedizinern, zum Teil mit Juristen besetzt. Häufig gibt es einen unabhängigen Vorsitzenden mit Befähigung zum Richteramt, der das Verfahren leitet. Zusätzlich können weitere Berater und Gutachter hinzugezogen werden. Ziel des Schlichtungsverfahrens ist eine möglichst gütliche Einigung. Allerdings steht am Ende des Verfahrens kein rechtskräftiges Urteil, sondern eine Empfehlung, der die Konfliktparteien folgen können – oder auch nicht.

Scheitert die Schlichtung, kann im zweiten Schritt trotzdem noch der Gang vor Gericht folgen. Die Erfahrung zeige aber, dass die meisten Schlichtungsverfahren erfolgreich seien, so Ottmann-Kolbe.

Gutachter- und Schlichtungsstellen der Landeszahnärztekammern:

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Stefanie Hanke ist Redakteurin und veröffentlicht regelmäßig Beiträge im Dental Online Channel.