Gina Sanders/fotolia © Silja Elfers

„Work-Life-Balance“ lautet der Fachbegriff für ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Arbeit und Privatleben. Für den Zahnarzt als Betreiber einer Praxis bedeutet dies vor allem eines: Er muss seine Beziehungen zu Mitarbeitern, Patienten und Familie so gestalten, dass er neben seinen vielen Pflichten Zeit für einen Ausgleich zum Beruf generieren kann. Zahnärzte sind ohnehin bestimmten Gesundheitsrisiken ausgesetzt, die vorwiegend mit der einseitigen Körperhaltung bei der Patientenbehandlung zusammenhängen. So gehören gravierende Wirbelsäulenschäden zu den häufigsten Gründen, warum Zahnmediziner ihren Beruf aufgeben müssen. Immer häufiger rücken in der Branche jedoch auch seelische Erkrankungen in den Mittelpunkt des Interesses.

Permanente Überforderung führt zu den Symptomen des Burnout-Syndroms mit der bekannten Trias aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und Leistungseinbrüchen, was die Arbeitsfähigkeit der Betroffenen stark beeinträchtigt. Das früher als typische „Managerkrankheit“ wahrgenommene Burnout-Syndrom ist inzwischen
auch in den Heilberufen weit verbreitet. Erschwert wird diese Entwicklung durch eine Besonderheit: In dieser Berufsgruppe ist das Thema ein Tabu. Die Erkrankten verschanzen sich regelrecht hinter einer Wand aus Schweigen und Schamgefühl. Müssten sie doch eigentlich für ihre Patienten da sein und nicht selbst medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Keine Zeit fürs Zeitmanagement

Die Erkenntnis, dass Zeit ein kostbares Gut ist, wird so manchem Praxischef bewusst, wenn er versucht, zwischen Behandlungsstuhl und Schreibtisch noch seiner Familie, Freunden oder einfach nur sich selbst gerecht zu werden. Dennoch sind die dafür erforderlichen Stunden unbedingt nötig, um langfristig körperlichen und seelischen Schäden vorzubeugen. Gefragt ist also das vielbeschworene „Zeitmanagement“. Wer jetzt denkt „Für Zeitmanagement habe ich keine Zeit“, hat in gewisser Weise recht, denn die Faustregel lautet: Der Vorgang selbst muss im richtigen Verhältnis zum geschaffenen zeitlichen Freiraum stehen. Deshalb gilt der Grundsatz: „Keep it simple!“ Gut, dass effektive Methoden zum Zeitmanagement ebenso erlernbar sind, wie komplexe Operationstechniken oder Bildbearbeitungsprogramme für Röntgenaufnahmen.

Erstveröffentlichung: DENTAL MAGAZIN 08/2016
Autor: Thies Harbeck

Lesen Sie hier mehr über Methoden zum Zeitmanagement im vollständigen Artikel:

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