© Camlog/Schmitz

Die Diskussionsteilnehmer im aktuellen Expertenzirkel sind:

Fréderic Wehrli studierte Maschinenbau, Schwerpunkt Mikrotechnik, in Lausanne und leitet die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von AXIS biodental SA. CAMLOG hält 51 Prozent der AXIS-Anteile.

Dr. Frederic Hermann M.Sc. ist seit 2007 niedergelassen in der TEAM 15 – Praxis für Zahnmedizin im schweizerischen Zug. Er ist Mitglied der APW, DG PARO, DGI, SSO und SGI.

Dr. Vladimir Kokovic M.Sc., PHD ist Fachzahnarzt für Oralchirurgie und Implantologie sowie Gründer und Leiter des Advance Europe Medical Centre LLC. in Shrajah in Dubai.

Dr. Julia Witthöft ist niedergelassen in einer Gemeinschaftspraxis in Kiel. Sie favorisiert metallfreie Versorgungen und arbeitet seit drei Jahren mit ein- und zweiteiligen Keramikimplantaten.

Kurze Zusammenfassung:

Zweiteilige Keramikimplantate sind gefragt wie nie und die Forschung läuft auf Hochtouren. Doch Wissenschaftler mahnen zur Vorsicht. Es fehle an Evidenz, so die Kritik. Das erkläre sich einfach durch die jüngere Historie und den geringeren klinischen Einsatz der Keramikimplantate im Vergleich zu Titanimplantaten, sagt Hermann. Als Zahnarzt müsse man nicht auf die ersten Zehnjahresdaten warten: Wissenschaftliche Studien zu zweiteiligen Implantatsystemen seien weltweit auf dem Weg, einige wurden bereits publiziert. Erste valide Fünfjahresergebnisse werde es in absehbarer Zeit geben.

Eine gute Osseointegration von Zirkoniumdioxid-Implantaten sei bereits in vielen experimentellen Studien bestätigt worden, ergänzt Kokovic. Heute gebe es eine Tendenz zu metallfreien Implantatsystemen, die durch ein keramikspezifisches Design und spezielle Herstellungsverfahren Leistungswerte besitzen, die denen vorhandener Titanimplantatsysteme gleichkommen.

Beim Design dürfe die Geometrie zweiteiliger Titanimplantate nicht einfach kopiert werden, mahnt Wehrli. Keramikgerechte Formen und Übergänge sowie ein optimales Verbindungsdesign seien notwendig, um einen langfristigen Erfolg der Systeme zu garantieren.

In der Praxis gebe es gar nicht so viele Unterschiede, sagt Witthöft. Druckloses Arbeiten und vorsichtiges Bohren sei grundsätzlich ein Muss, auch bei Titanimplantaten. Bei Keramikimplantaten müsse man darauf achten, dass keine Knochenentzündungen, sogenannte Ostitiden, vorliegen dürfe. Das Material heile nur in gesunde Knochen ein.

Lesen Sie den gesamten Expertenzirkel als pdf-Datei:

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mm
Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.