Keramikimplantate CAMLOG
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Die Gesprächsteilnehmer zum Thema Keramikimplantate sind:

Christian Rähle studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Medizintechnik in Zürich und ist seit 2006 in der oralen Implantologie tätig. Seit 2012 ist er Mitglied der Geschäftsleitung der CAMLOG Biotechnologie AG in Basel, Schweiz. Er verantwortet die Bereiche Produktmanagement, Entwicklung & Regulatory Affairs.

Fréderic Wehrli studierte Maschinenbau mit dem Schwerpunkt Mikrotechnik in Lausanne und leitet die Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Unternehmens AXIS biodental SA, deren Teilhaber er seit 2014 ist. CAMLOG hält 51 Prozent der AXIS-Anteile.

Bereits auf der IDS 2009 wurde über zweiteilige Keramikimplantate diskutiert. Doch bis heute konnten sie sich nicht durchsetzen. Die Risiken galten als zu hoch. Was hat sich seither getan?

 

Rähle: In der Klinik hat sich der Werkstoff Zirkoniumdioxid bewährt. Werkstoffe und Produktionstechniken sowie Methoden zur Oberflächenbehandlung haben sich kontinuierlich weiterentwickelt. So werden Frakturen oder Implantatlockerungen heute nicht mehr beobachtet. Wie immer bei neuen Technologien oder Materialien braucht es seine Zeit, bis die Akzeptanz in der breiteren Masse vorhanden ist. Zunächst werden sie nur von Innovatoren und den Early Adopters eingesetzt. Wenn diese auf lange Sicht gute Erfahrungen gesammelt haben und diese wissenschaftlich basiert publizieren, steigen immer mehr Anwender ein.

Neben Startup-Firmen haben sich in den letzten Jahren auch namhafte etablierte Unternehmen mit dem Thema Keramikimplantat beschäftigt, nicht nur weil es der Markt unter ästhetischen Gesichtspunkten verlangt, sondern weil es auch medizinisch relevante Gründe für metallfreie Versorgungen gibt.

Um die Anforderungen zum Wohle der Patienten zu erfüllen, beschäftigt sich CAMLOG seit einigen Jahren intensiv mit Keramikimplantaten und hat im Sommer 2016 die Mehrheit an AXIS biodental SA, einem innovativen Keramikspezialisten, erworben. AXIS betreibt seit 2004 intensive Forschung und Entwicklung in Kooperation mit renommierten Universitäten wie zum Beispiel der ETH Lausanne und der Universität Genf. Seit Anfang 2012 wird das einteilige Keramikimplantat vertrieben. Ein zweiteiliges Implantat mit reversibel verschraubbaren Prothetikkomponenten ist in seiner heutigen Form seit 2013 im klinischen Einsatz. Die langjährige Erfahrung gibt uns, unseren Kunden und deren Patienten Sicherheit und Vertrauen.

Wie viele Hersteller bieten zurzeit zweiteilige Keramikimplantate an. Nach welchen Kriterien soll sich der Praktiker zwischen den unterschiedlichen Angeboten entscheiden?

Rähle: Die Herausforderungen des zweiteiligen Keramikimplantats konnten bis jetzt erst wenige Hersteller erfolgreich meistern. AXIS biodental SA war das erste Unternehmen, das reversibel verschraubbare Implantate einführte.

Wichtig zu wissen: Zweiteilig ist nicht gleich zweiteilig. Einzelne Systeme werden verklebt und sind somit nach der prothetischen Versorgung einem einteiligen Implantat gleichzustellen. Dies ist eine wesentliche Einschränkung. Wir sind überzeugt, dass langfristig nur zweiteilig reversibel verschraubte Keramiksysteme eine hohe Akzeptanz erhalten werden. Letztlich entscheidet jeder Anwender für sich, welches System seinen Anforderungen genügt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kontinuität des Designs und der Oberfläche. Forschungen und Weiterentwicklungen sind unumgänglich. Um aber Langzeiterfahrungen zu sammeln, sollte das Produkt eine gewisse Beständigkeit haben und nicht innerhalb kürzester Zeit mehrmals überarbeitet werden.

Erstveröffentlichung: DENTAL MAGAZIN 01/2017

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mm
Redakteurin Medizin Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag, Schwerpunkte: Implantologie, Parodontologie, Endodontologie, digitale Zahnheilkunde.