Hoch zufrieden mit der seit 2014 bestehenden Partnerschaft zeigten sich Straumann und botiss biomaterials während der 3. bone & tissue days in Berlin. Mehr als 1000 Teilnehmer kamen zu dem World Congress in die Hauptstadt. Das botiss-Verkaufsteam, das den deutschen Heimmarkt bislang direkt bearbeitet hat, gehört seit dem dritten Quartal 2016 zur Straumann-Gruppe, wie Frank Hemm, Leiter Customer Solutions & Education bei Straumann, bekannt gab.

botiss biomaterials werde sich mehr auf die Forschung und Entwicklung sowie Innovationen konzentrieren, Straumann auf die weitere Expansion. botiss-Geschäftsführer Oliver Bielenstein, der 2008 zusammen Dr. Dražen Tadić das Unternehmen 2008 gegründet hatte, kündigte den Umzug in ein neues F & E- Zentrum sowie eine neue Fertigungsstätte in Berlin an. Mit der FDA-Zulassung für das botiss-Portfolio rechnet er in 2017.

Perfekte Ergänzung

botiss biomaterials vertreibt seit 2014 Straumanns regeneratives Produkt Emdogain in Osteuropa und Middle East. Emdogain ist seit mehr als 20 Jahren am Markt. Rund zwei Millionen Patienten wurden bislang damit behandelt, es gibt mehr als 600 klinische Publikationen. „Unsere Produkte, Interessen und geografischen Fußstapfen ergänzen sich insgesamt perfekt“, sagte botiss-Geschäftsführer Tadić zu der nun noch engeren Zusammenarbeit: botiss biomaterials profitiere von der führenden Marktposition Straumanns. Für Behandler in Osteuropa und Middle East sei die Marke Straumann hochattraktiv.

Das „botiss regeneration System“ verfügt über eine enorme Bandbreite an bovinen, humanen, synthetischen und kollagenbasierten Materialien für die Knochen- und Weichgeweberegeneration. Die klinisch geprüften Lösungen für die dentale Knochen- und Weichgeweberegeneration umfassen unter anderem Membranen für die geführte Gewebe- und Knochenregeneration, ein vollständiges Sortiment boviner, allogener und synthetischer Knochenersatzmaterialien sowie Produkte für den Weichgewebeaufbau. Produkte von botiss werden in führenden Zahnkliniken in über 100 Ländern weltweit verwendet und haben sich in langjähriger klinischer Praxis bewährt.

Mucoderm-Studie

PD Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, Rostock, stellte in Berlin erste Ergebnisse einer klinisch prospektiven randomisierten Studie zum Einsatz der 3-dimensionalen mucoderm-Kollagenmatrix vor. Verglichen wurde der Einsatz der mucoderm-Membran bei der Verstibulumplastik mit dem Einsatz von Hauttransplantaten vom Bein und einem Gingivatransplantat (16 Patienten, 4 Hautentnahmen aus dem Bein, ein Gingivatransplantat). Der Einsatz von mukoderm-Membranen führte zu sehr guten Ergebnissen. Kämmerer setzte bei der OP eine spezielle Tunneltechnik ein. Die Membran (4 cm lang, 1 cm hoch) wurde als Wundauflage genutzt und am Periost fixiert. Die Technik sei einfach und ließe sich wunderbar am Schweinskopf üben, sagte Kämmerer. Entsprechende Workshops seien bereits geplant.

Herausforderung tiefe Weichgebens-Rezessionen

Prof. Dr. Anton Sculean, Bern, stellte die Behandlung extrem fortgeschrittener Gingivarezessionen mit dem „lateral bewegten doppelten Tunnel“ vor. Die Technik eignet sich „hervorragend für tiefe Rezessionen im Unterkiefer, die fast bis zur Wurzelspitze reichen“, wie Sculean am OP-Video demonstrierte. Um Spannungen zu vermeiden, wird bei dieser Technik das Weichgewebe nicht nach koronal verschoben. Man präpariert einen Mukoperiostlappen seitlich des Defekts, also mesial und distal und löst das Weichgewebe ab, um keine Spannungen zu vermeiden. Die Wundränder lassen sich dann spannungsfrei zusammenziehen. In Bern wurden 16 Patienten mit sehr komplizierten Defekten behandelt. Die Erfolgsrate lag bei 96 Prozent. Sculeans Fazit: „Mit dieser Technik lässt sich der Gewebeverlust bei richtiger Indikation zu 100 Prozent wiederherstellen.“

Knochenringtechnik mit allogenem Material

Die einzeitige vertikale Augmentation mit allogenen Knochenringen präsentierten Dr. Bernhard Giesenhagen, Kassel, und Dr. Orcan Yüksel, Frankfurt. Giesenhagen hat die Augmentationstechnik entwickelt, die es bei größeren dreidimensionalen Knochendefekten erlaubt, Knochentransplantation und Implantation in einer OP durchzuführen. Sie ist für fast alle Indikationen verwendet werden, u.a. auch beim Sinuslift. Der Einsatz der vorgefertigten allogenen Knochenringe (maxgraft bonering) vereinfacht das Prozedere erheblich, da sich die invasive Knochenentnahme erübrigt.

Angebot aus einer Hand

Zusammen mit Emdogain, dem seit 20 Jahren am Markt etablierten Produkt zur Regeneration von Parodontalgewebe, bietet Straumann nun ein Produktportfolio für sämtliche Indikationen. Behandler erhalten nun ein umfassendes Angebot regenerativer Lösungen sowohl für die Implantologie als auch die Parodontologie aus einer Hand. Die Kooperation mit botiss biomaterials versetzte Straumann in die Lage, ein einzigartiges Spektrum regenerativer Lösungen für Implantations- und parodontale Verfahren anzubieten. Die Qualität und Effektivität der Produkte, ihre Handhabungseigenschaften und ihr klinischer Erfolgsausweis seien für die Behandler höchst attraktiv. Dazu komme die Möglichkeit, alle Komponenten für eine vollständige Lösung bei einem einzigen Anbieter zu beziehen, sagt René Garo, Leiter Straumann Deutschland. Straumann hält eine Kaufoption, die das Unternehmen berechtigt, 2017 bis zu 30 Prozent der Aktien von botiss biomaterials zu übernehmen.

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