Einleitung

Verletzungen von peripheren Ästen des Nervus trigeminus (Nervus lingualis und/ oder Nervus trigeminus) stellen mitunter die problematischsten Komplikationen im Rahmen invasiver zahnärztlicher Eingriffe mit potenziellen medizinrechtlichen Implikationen dar. Eine Therapie sollte frühzeitig erfolgen, wobei in der spärlich vorhandenen Literatur zum Teil von unbefriedigenden Zeitintervallen von mehr als 12 Monaten zwischen Verletzung und Reparaturversuch berichtet wird. Dieses Phänomen beruht möglicherweise darauf, dass in der Mehrheit der Fälle eine Besserung von selbst auftritt. Tatsächlich sind die Folgen einer fehlgeschlagenen Genesung für den betroffenen Patienten zu gravierend, um nicht in allen Fällen die potenziellen Optionen zur Rekonstitution auszuschöpfen.

Hintergrund und Fragestellung

Der Nervus trigeminus, der fünfte Hirnnerv, stellt den größten peripher-sensorischen Nerv des Körpers dar und versorgt sensibel das Gesicht, die Augen, den Mund und den Skalp über seine 3 peripheren Äste (Nn. ophthalmicus, maxillaris, mandibularis). Ebenso innerviert er die Kaumuskulatur. Periphere Schädigungen des Nervus trigeminus können bei vielen invasiven zahnärztlichen oder zahnärztlich-chirurgischen Eingriffen auftreten (Abb. 1) [8]. Von iatrogenen Schäden nach invasiven zahnärztlichen Eingriffen sind vor allem der Nervus lingualis (lose im Weichgewebe im lingualen Unterkieferseitenzahngebiet) und der Nervus alveolaris inferior (in seinem knöchernen Kanal bzw. vor seinem Eintritt in das Foramen ovale) betroffen.

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Download (Erstveröffentlichung ZZI 1/2018, Seite 66-69):

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PD Dr. mult. Peer W. Kämmerer, M.A.
Leitender Oberarzt/Stellvertretender Klinikdirektor der Klinik und Poliklinik für Mund-,Kiefer- und Gesichtschirurgie an der Universitätsmedizin Mainz