Die Preisträger des DG Paro/meridol-Preises und der DG Paro/meridol-Forschungsförderung, deren Arbeiten sich um das Thema Parodontitis drehten.
Die in Darmstadt ausgezeichneten Preisträger der DG Paro/meridol-Forschungsförderung und des DG Paro/meridol-Preises 2019 gemeinsam mit Dr. Marianne Gräfin von Schmettow (CP Gaba, 3.v.l.), Prof. Dr. Bettina Dannewitz (DG Paro, 2.v.r.) und Prof. Dr. Dr. h.c. Holger Jentsch (DG Paro, r.): Dr. Anne Kruse (l.), Dr. Gerhard Schmalz (2.v.l.), Dr. Nihad El Sayed (4.v.l), Dr. Stefanie Samietz (4.v.r) und Dr. Oliver Laugisch (3.v.r.). © Holger Ullmann / DG Paro

Parodontitis ist kein isoliert zu betrachtendes Phänomen: Die Entzündung des Zahnhalteapparates steht in wechselseitigem Verhältnis mit einer Vielzahl von Erkrankungen und beeinflusst auch das allgemeine Wohlbefinden. Die neuesten Erkenntnisse zu diesen Zusammenhängen standen auch im Fokus zahlreicher Preisträger/innen der DG Paro/ meridol-Forschungsförderung sowie des DG Paro/meridol-Preises 2019. Die renommierten Auszeichnungen wurden beim Kooperationssymposium von DG Paro und CP Gaba im Kongresszentrum Darmstadtium im Herzen der Wissenschaftsstadt Darmstadt verliehen.

Am Puls der Parodontitis-Forschung

Den Zusammenhang zwischen Parodontitis und Kaufähigkeit untersucht Dr. Stefanie Samietz, Universität Greifswald. Sie wurde mit dem 1. Platz ausgezeichnet und erhält für ihr Forschungsvorhaben zu “The association between periodontitis and chewing ability in the Study of Health in Pomerania” die DG Paro/meridol-Forschungsförderung.
Ebenfalls gefördert werden Prof. Dr. Stefan Reichert und PD Dr. Susanne Schulz, Universität Halle-Wittenberg, die das orale Mikrobiom als mögliches Bindeglied zwischen Parodontitis und rheumatoider Arthritis erforschen.

Preis für Grundlagen- und klinische Forschung

Der DG Paro/meridol-Preis prämiert alljährlich die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie. Die Preise werden in den Kategorien „Grundlagenforschung“ und „klinische Studien“ vergeben. Das Team um Dr. Oliver Laugisch, MAS, Marburg, erforschte „Periodontal pathogens and associated intrathecal antibodies in early stages of Alzheimer’s disease“ und wurde dafür mit dem ersten Preis in der Kategorie Grundlagenforschung ausgezeichnet. Der erste Platz im Bereich klinische Studien ging an eine Gruppe um PD Dr. Johan Wölber, Freiburg, die in einer randomisierten kontrollierten Studie den Einfluss antientzündlicher Ernährung auf Gingivitis untersuchte.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie und dem führenden Unternehmen für Mund-und Zahnpflege besteht bereits seit über einem Jahrzehnt.

Übersicht der Preisträger 2019 und ihrer Projekte

Kategorie „Grundlagenforschung“

1. Preis
Dr. Oliver Laugisch, MAS, Marburg
“Periodontal pathogens and associated intrathecal antibodies in early
stages of Alzheimer’s disease.”
(Oliver Laugisch, Andreas Johnen, Alejandra Maldonado, Benjamin Ehmke,
Walter Bürgin, Ingar Olsen, Jan Potempa, Anton Sculean, Thomas Duning,
Sigrun Eick)

2. Preis (geteilt)
Dr. Gerhard Schmalz, Zwickau
“Shared genetic and epigenetic mechanisms between chronic periodontitis
and oral squamous cell carcinoma.”
(Simin Li, Xiangqiong Liu, Yu Zhou, Aneesha Acharya, Vuk Savkovic,
Congling Xu, Ning Wu, Yupei Deng, Xianda Hu, Hanluo Lig, Rainer Haak,
Jana Schmidt, Wei Shang, Hongying Pan, Ren Shang, Yang Yu, Dirk
Ziebolz, Gerhard Schmalz)

und

Matthias Munz, MSc, Berlin
„Genome-wide association metaanalysis of coronary artery disease and
periodontitis reveals a novel shared risk locus.”
(Matthias Munz, Gesa M. Richter, Bruno G. Loos, Søren Jepsen, Kimon
Divaris, Steven Offenbacher, Alexander Teumer, Birte Holtfreter, Thomas
Kocher, Corinna Bruckmann, Yvonne Jockel-Schneider, Christian Graetz,
Loreto Munoz, Anita Bhandari, Stephanie Tennstedt, Ingmar Staufenbiel,
Nathalie van der Velde, André G. Uitterlinden, Lisette C. P. G. M. de Groot,
Jürgen Wellmann, Klaus Berger, Bastian Krone, Per Hoffmann, Matthias
Laudes, Wolfgang Lieb, Andre Franke, Henrik Dommisch, Jeanette
Erdmann, Arne S. Schaefer

Kategorie „Klinische Studie“

1. Preis
PD Dr. Johan Wölber, Freiburg
„The influence of an anti‐inflammatory diet on gingivitis. A randomized
controlled trial.”
(Johan P. Wölber, Maximilian Gärtner, lIlian Breuninger, Annette Anderson,
Daniel König, Elmar Hellwig, Ali Al‐Ahmad, Kirstin Vach, Andreas Dötsch,
Petra Ratka‐Krüger, Christian Tennert)

2. Preis
Dr. Nihad El Sayed, Heidelberg
„Twenty years later: Oral health-related quality of life and standard of
treatment in patients with chronic periodontitis.”
(Nihad El Sayed, Amelie Bäumer, Shirin El Sayed, Lars Wieland, Dorothea
Weber, Peter Eickholz, Bernadette Pretzl)

DG Paro/meridol-Forschungsförderung

1. Platz:
Dr. Stefanie Samietz, Greifswald
„The association between periodontitis and chewing ability in the Study of
Health in Pomerania (SHIP).”

2. Platz:
Prof. Dr. Stefan Reichert, Priv.-Doz. Dr. Susanne Schulz, Halle (Saale)
„Parodontitis und rheumatoide Arthritis: Das orale Mikrobiom als mögliches
Bindeglied zwischen beiden entzündlichen Erkrankungen.“

Das ist die DG Paro

Die DG Paro, die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie e.V., beschäftigte sich mit wissenschaftlichen und fachlichen Aufgaben auf dem Gebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, insbesondere der Parodontologie. Sie hat fast 5000 Mitglieder. Für sie und für zahnärztliche Organisationen ist sie seit mehr als neun Jahrzehnten beratend und unterstützend in parodontologischen Fragen tätig. Zu ihren Aufgaben gehört unter anderem die Förderung der Forschung auf dem Gebiet der Parodontologie sowie die Auswertung, Verbreitung und Vertretung der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Wesentliche Schwerpunkte neben dem Angebot von wissenschaftlichen Tagungen sind die Fort- und Weiterbildung auf dem Gebiet der Parodontologie sowie die Ausrichtung entsprechender Veranstaltungen. Zudem vergibt die Gesellschaft jährlich Wissenschaftspreise wie den Eugen-Fröhlich-Preis. Die DG Paro arbeitet, auch interdisziplinär, intensiv mit wissenschaftlichen Gesellschaften, Arbeitsgemeinschaften und Institutionen des In- und Auslandes zusammen. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke.

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