Einleitung

Obwohl die Fortschritte in der Behandlungund Vermeidung der Karies beachtlich sind und das Auftreten von starken Parodontopathien in den Industrienationen abnimmt, wird der Zahnverlust in der älter werdenden Gesellschaft trotzdem eine Realität bleiben [10, 15]. Infolge des demografischen Wandels ist damit zu rechnen, dass der Anteil unbezahnter Menschen in den älteren Bevölkerungsgruppen erheblich sein wird. Möglicherweise kann die Zahl sogar steigen [7]. In der täglichen Praxis wird versucht, jeden natürlichen Zahn zu erhalten. Damit können invasive Behandlungsschritte und sogar Überbehandlungen vermieden werden. Bei eingetretenem völligem Zahnverlust sind die Patienten auf Zahnersatz angewiesen, der die orale Funktion erhalten kann. Zusätzlich sollte der Zahnersatz leicht hygienisierbar und an Alterungsprozesse anpassbar sein [5]. Bei diesen Anforderungen an den Zahnersatz können strategisch gesetzte Implantate hilfreich sein [25]. Implantatgetragene Zahnprothesen bieten da durchaus viele Vorteile. Diese bestehen grundsätzlich in der Erhöhung der Retention und der Stabilität des Zahnersatzes. Dabei spielen die Zahl und die Position der gesetzten Implantate eine eher untergeordnete Rolle. Bei älteren Patienten mit z. B. Xerostomie oder auch bei alterungs- und krankheitsbedingtem Abbau der motorischen Kontrolle, wie bei auftretender Demenz, wird der Prothesenhalt deutlich durch die Insertion von strategisch gesetzten Implantaten verbessert [23, 25].

Nun stellt sich die Frage nach den Verankerungssystemen für implantatgetragene Zahnprothesen. Dazu kann kurz und knapp gesagt werden, dass Zahl und Möglichkeiten für Befestigungselemente auf dem Markt fast unendlich sind [1]. Für welches System wir uns in der Behandlung entscheiden, sollte daher im Team mit dem vertrauten Zahntechniker und immer im Sinne der Patienten entschieden werden [12]. Es gilt aber dennoch folgende allgemeine mechanische Anforderungen zu beachten [14]: Die Befestigungselemente sollten kleine Abmessungen aufweisen. So können große und voluminöse Suprakonstruktionen vermieden werden. Die Befestigungselemente sollten keinem hohen Verschleiß unterliegen. Dann kann das Intervall von Instandsetzungs- und Austauscharbeiten relativ groß sein. Im Idealfall sollten die Befestigungselemente eine Korrektur von Achsdivergenzen zwischen den Implantaten ermöglichen. Die Befestigungselemente müssen unbedingt über glatte Konturen verfügen, damit die Patienten sich nicht verletzen können, falls die Prothese nicht getragen wird. Bei den klinischen Eigenschaften der Befestigungselemente muss unbedingt beachtet werden, dass die Retentionskraft justierbar ist. Die Verankerungssysteme sollten im Idealfall chairside repariert werden können. Besonders wichtig sind auch einfache Handhabung und Reinigung der prothetischen Versorgung [18]. Dies trifft besonders für geriatrische Patienten mit nachlassender manueller Geschicklichkeit zu. Auch Pflegekräfte sollten einfach und sicher in die Lage versetzt werden können, die Reinigung täglich durchführen oder mindestens unterstützen zu können. Ein grundsätzlich geringer Erhaltungsaufwand zeichnet gute Befestigungselemente aus. Dazu gehört auch, dass die Verankerungselemente einfach entfernt werden können, um bei funktionellem Rückbau der Versorgung nicht hinderlich zu sein [3]. …

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Dr. Tobias Bensel MSc
Universitätszahnklinik für Prothetik, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Gemeinschaftspraxis „Zahnarztpraxis Am Rain Leipzig“
PD Dr. Arne F. Boeckler
Poliklinik für zahnärtzliche Prothetik, Martin-Luther-Universität Halle Wittenberg und Zahnheilkundezentrum Halle/Saale