© PD Dr. Karl M. Lehmann

Einleitung

Bei implantatprothetischen Versorgungen ist eine erfolgreiche Osseointegration des Implantatkörpers die Grundvoraussetzung für den Erfolg. Bei Verwendung von sog. Tissue Level-Implantaten erfolgt die prothetische Versorgung unmittelbar ohne Konditionierung des Weichgewebes, da die Implantatschulter äqui- oder sogar supragingival zu liegen kommt. Im Gegensatz dazu ist bei der Versorgung mit auf Knochenniveau (Bone Level) inserierten Implantaten die Möglichkeit gegeben, das Weichgewebe auszuformen, d.h. das Emergenzprofil entsprechend den funktionellen und ästhetischen Erfordernissen zu gestalten. Dafür ist es jedoch essenziell, zweiteilige Implantatsysteme zu verwenden. Dafür sind, neben der Möglichkeit, das Weichgewebe mit entsprechend standardisierten Formteilen, wie rotationssymmetrischen Gingivaformern, auszuformen, auch die Anwendungen von präfabrizierten Teilen wie provisorischen Abutments praktikabel, um das Emergenzprofil individuell im Rahmen von provisorischen Versorgungen zu gestalten, bis die gewünschte dreidimensionale Gewebearchitektur erreicht ist. Entscheidend ist es, den transgingivalen Bereich der Versorgung, also das Abutment, als Teil der Restauration zu verstehen. Aufgrund dieser Mesostruktur existieren diverse Möglichkeiten der Konditionierung, z.B. die dynamische Kompressionstechnik, bei der mit initialem Druck und nachfolgender Modifikation durch eine Formänderung der provisorischen Versorgung wie z.B. lateraler Verdrängung der Gingiva das Erreichen der Zielposition zu gewährleisten ist. Das genannte Vorgehen empfiehlt sich insbesondere zur Ausformung papillärer Strukturen, um optimale ästhetische Resultate zu erzielen. Nach Ausformung des Profils erfolgt die Abformung für die definitive implantatprothetische Versorgung mittels diverser Transfertechniken. Ein häufiges Problem in diesem Zusammenhang ist das kurzfristige Kollabieren der Gingiva mit einem damit verbundenen veränderten Emergenzprofil. Infolgedessen kann sich die Position des Übergangs von Krone zu Abutment bei der Modellsituation signifikant zu der intraoralen Situation unterscheiden, was zu einer sichtbaren Mesostruktur führen kann. Diese Thematik ist jedoch neben ästhetischen Gesichtspunkten auch aus hygienischer Sicht von besonderer Relevanz, insbesondere da ein möglicher Zusammenhang zwischen der Periimplantitisinzidenz und dem Emergenzprofil diskutiert wird. …

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PD Dr. Dr. Peer W. Kämmerer
PD Dr. Dr. Peer W. Kämmerer, MA, FEBOMFS, Oberärztlicher Leiter zahnärztlich-chirurgische Poliklinik und Oberarzt Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsmedizin Rostock, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Zusatzbezeichnung: Plastische Chirurgie, Master of Arts Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, Fellow of the European Board of Oro-Maxillo-Facial Surgery, Spezielle Schmerztherapie im Kopf-/Hals-Bereich, Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie.
PD Dr. Karl M. Lehmann
Universitätsmedizin Mainz, Praxis Bonn