Ein 63-jähriger Patient stellte sich bei uns mit dem Wunsch nach einer Neuversorgung der Zähne 25 und 26 vor. Nacheingehender Diagnostik stellten sich die Zähne als nicht erhaltungswürdig heraus. Es erfolgte eine ausgiebige Beratung des Patienten bezüglich der Freiendsituation. Letztlich entschied sich der Patient für eine implantologische Lösung.

Nach dreimonatiger Abheilphase der Extraktionsalveolen wurden die Implantate (Thomme medical) inseriert. Zwei Monate später erfolgte die Freilegung, und der Patient berichtete über keinerlei Beschwerden. Um ein ausgeheiltes Emergenzprofi zu erzielen, wurde die Gingiva über drei Wochen mit Gingivaformernausgeformt (Abb. 1).

Die digitale Abformung

Für die digitale Abformung wurde der Scanner „Trios“ (3Shape) verwendet. Um den zeitlichen Ablauf zu optimieren, wird die Sitzung grundsätzlich mit einem Situationsscan, sowohl vom Unterkiefer als auch vom Oberkiefer, begonnen. Währenddessen wurden von der Assistenz im Hintergrund bereits die Scanbodies vorbereitet. Als nächster Schritt erfolgte der Scan der Emergenz. Dieser liefert dem CAD/CAM-Techniker zu einem späteren Zeitpunkt wertvolle Informationen bezüglich der Gestaltung der Implantatkrone und der Gingivahöhe. Danach wurden die Scanbodies aufgeschraubt (Abb. 2) und deren Sitz mittels Einzelröntgenbildern auf Passgenauigkeit überprüft. Die Bissnahme erfolgte ohne aufgeschraubte Scanbodies. Zur Farbbestimmung wurde das von 3Shape angebotene Software-Tool genutzt, jedoch noch einmal mit einer konventionellen Farbnahme durch den behandelnden Zahnarzt und Fotodokumentation für den Zahntechniker überprüft. Im beschriebenen Patientenfall divergierten die vom Scanner vorgeschlagenen Farbwerte und die vom Behandler ausgewählte Farbe leicht. Das Software-Tool hat eine B4 vorgeschlagen, der Behandler entschied sich für A 3,5. Nach Rücksprache mit dem Zahntechniker und Sichtung des Fotomaterials fiel die Entscheidung zugunsten der vom Behandler ausgewählten Farbe.

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Dr. Lisa de Boer
Gräfelfing
Dr. Marc Hinze MSc
Gräfelfing