Paro-Endo-Läsionen beeinträchtigen sowohl parodontales (zum Zahnhalteapparat gehörendes) als auch endodontisches (zur Zahnpulpa gehörendes) Gewebe (Foce, 2009). Ihre Pathogenese ist hochgradig variabel und kann nur mittels differenzierter Diagnosemethoden ermittelt werden. Diese umfassen nicht-invasive und invasive Sensibilitätsprüfung und sorgfältige parodontale Sondierung, auch um eine monokausale Ätiologie auszuschließen.

Wenn ausbleibende Vitalzeichen der ­Pulpa und biofilm-induzierte parodontale Taschen auf eine kombinierte Läsion hinweisen, wird die Behandlung in vielen Fällen mit orthograder Endodontie beginnen. Bleiben die Symptome bestehen, muss die parodontale Bewertung wiederholt und, falls nötig, eine lokale oder systematische Therapie eingeleitet werden. Der Erfolg sowohl der endodontischen als auch der parodontalen Behandlungsmaßnahmen gründet auf Maßnahmen, die sich auf pathogene Biofilme als ätiologische Schlüssel­faktoren konzentrieren (Nair, 1997, Hajishengallis and Lamont, 2012).
Wenn bei parodontalen Defekten eine gesteuerte Geweberegeneration (GTR) indiziert ist und die bukkale Wand fehlt, werden mit einer Kombination aus Knochen oder Knochenersatzmaterial und einer Membran die besten Ergebnisse ­erzielt (Sculean et al., 2008). Aus klinischer Erfahrung und aufgrund weiterer biologischer Faktoren ist der Erfolg jedoch fraglich, wenn es zu starkem Knochenverlust bis in den Apexbereich gekommen ist.

Horizontale Augmentation

Bei Zahnverlust bilden sich die zum Zahn gehörenden Parodontalstrukturen einschließlich des Alveolarknochens unweigerlich zurück und der Alveolarkamm wird remodelliert (Tan et al., 2012). Um diese physiologischen Prozesse zu verringern, kann eine alveolarkammerhaltende Maßnahme erfolgen und – wenn möglich – eine zahngetragene Brücke eingesetzt werden (Schlee and Esposito, 2009). Alternativ kann ein Implantat inseriert werden, das den Knochen aufgrund der funktionellen Krafteinleitung erhält (Wolff, 1986, Wolff and Wessinghage, 1892).

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Dr. Ramon Boninsegna DDS PhD
Universität Brescia/Italien
Dr. Luca Bovolato DDS
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