Klinische Bilder beider Behandlungsoptionen nach der initialen Operation © Eskan et al.

Der laterale Knochenaufbau im Unterkiefer mit Knochenersatzmaterialien und Membranen gehört zu den etablierten Methoden Knochen für eine anschließende Implantation zu augmentieren. In welchem Ausmaß eine exponierte Membran Auswirkung auf die Augmentation hat, soll in dieser Fall-Kontroll-Studie untersucht werden.

Insgesamt wurden 14 Patienten eingeschlossen und in zwei Gruppen je sieben Probanden unterteilt. Alle Patienten wurden von einem Behandler mit der gleichen OP-Technik operiert. Die Augmentation erfolgte mit einem allogenem Knochenersatzmaterial und einer alloplastischen resorbierbaren Membran. In der Testgruppe lag die Membran am Tag der Nahtentfernung frei. In der Kontrollgruppe konnte ein primärer Wundverschluss erreicht werden. Alle Patienten wurden mit Doxycycline (50mg/1x täglich für zwei Wochen) antibiotisch abgeschirmt.

Ergebnisse und Konklusion

In keinem Fall traten während der Einheilphase von vier Monaten Komplikationen auf. In der Kontrollgruppe verbreitete sich der Kieferkamm von 3,4±1,2 mm auf 6,0±1,1 mm und in der Testgruppe von 3,6±1,0 mm auf 5,0±1,4 mm. In beiden Gruppen verbreiterte sich der Kieferkamm statistisch signifikant gemessen zur Ausgangsbreite. Verglichen miteinander kam es zu einer statistisch signifikanten Verbreiterung (p<0.05) in der Kontrollgruppe.

Folgerung für den Praktiker

In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass es zu einer geringeren Verbreiterung des Kieferkamms kommt, wenn eine exponierte Membran in der Einheilphase vorlag. Folglich ist bei sehr atrophierten Kieferkämmen auf eine spannungsfreie Lappenadaption und einen primären Nahtverschluss zu achten.

Originalpublikation // The effect of membrane exposure on lateral ridge augmentation: a case-controlled study. Mehmet A. Eskan, Marie-Eve Girouard, Dean Morton and Henry Greenwell. International Journal of Implant Dentistry20173:26

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Quang Huy Peter Nguyen
ist Zahnarzt in der Abteilung Parodontologie des Universitätsklinikums Würzburg.