… Einem erfolgreichen implantologischen Eingriff gehen naturgemäß eine ordentliche Befunderhebung sowie eine gesicherte Indikationsstellung voraus, die das individuelle Risikoprofil eines jeden Patienten ermitteln. Mit einem Backward Planning, bei dem die Implantatversorgung „rückwärts“ vom idealen Implantatzahnersatz aus geplant wird, können Risiken frühzeitig erkannt und noch im Vorfeld der eigentlichen chirurgischen Implantation abgestellt werden.

Einleitung

Zusätzlich zu Planungsmodellen (Wax-up und Mock-up) und klassischen Pano-ramaschichtaufnahmen (OPG) sowie Einzelzahnbildern verspricht die dreidimensionale Simulation von Implantationen und komplexeren chirurgischen Eingriffen eine höhere Planungssicherheit und vor allem vorhersagbare Ergebnisse. In schwierigen Verhältnissen kann im besonderen Maße die Computertomografie (CT) oder die digitale Volumentomografie (DVT) bei in der Regel reduzierter Strahlenbelastung [European Commission 2012; Loubele et al. 2009; Ludlow et al. 2006; Ludlow und Ivanovic 2008; Pauwels et al. 2012] zusätzliche Detailinformationen liefern, die auch im Kontext der Dokumentationspflicht im Arzthaftungsprozess zunehmend forensische Bedeutung erlangen. Indikationsstellungen dafür können eine reduzierte Knochenqualität sein, ein vermindertes Knochenangebot in horizontaler und/oder vertikaler Dimension oder die unmittelbare Angrenzung von Gefäß- und Nervenbahnen sowie des Sinus maxillaris zur angedachten Implantatposition. Unter Berücksichtigung dieser Fakten stellt sich die Frage, inwieweit eine konsequente Einbindung digitaler Design- und Implantatplanungssysteme am Beispiel von Organical Dental Implant ein Mehr an Präzision und Prozessstabilität gewährleisten kann.

Präzise meint nicht automatisch „genau“

Per Definition ist Präzision ein auf den Blickwinkel der Reproduzierbarkeit limitierter Bestandteil der Genauigkeit. Demzufolge können technische Vorgänge mit hoher Präzision ablaufen, aber dennoch ungenau sein. Um also ein maßgeblich genaues Verfahren etablieren zu können, kommt es darauf an, dass in einem komplexen Prozess alle Bausteine so aufeinander abgestimmt sind, dass sie präzise und zugleich richtige, validiert überprüfbare Ergebnisse liefern. Viele der zurzeit erhältlichen Implantatplanungssysteme und die daraus resultierenden Bohrschablonen bieten gerade Letzteres nicht. Konkret mangelt es an der Überprüfbarkeit des genauen Sitzes der Bohrhülsen in der Bohrschablone mithilfe eines genormten Testverfahrens, wobei es keine Rolle spielt, ob die Bohrschablonen manuell oder industriell gefertigt werden.
Als mögliche Systemlösung basiert die Organical Dental Implant-Planungs- und Konstruktionssoftware auf einem patentierten, nahtlos digitalen Workflow, der dem implantierenden Zahnarzt, seinem Zahntechniker und zuallererst dem ­Patienten zuverlässigere Resultate gewährt. Über eine eigens entwickelte Organical-Referenzplatte, die in die DVT-Diagnostikschablone (Röntgenschiene) implementiert wird, werden alle chirurgisch relevanten Informationen bildgebend erfasst und zur weiteren Verarbeitung in die dazugehörige Implantatplanungssoftware übertragen.

Nicht einfach nur eine Röntgenschiene

Auf der Basis einer konventionellen oder intraoral digitalen Abformung des Kiefers wird zuerst eine phonetisch und funktionell stimmige Röntgenschiene hergestellt. Dieser Arbeitsschritt kann entweder analog oder vorzugsweise auf digitalem Weg vonstattengehen, um spätere Umkehrprozesse und damit Fehlerquellen vermeiden beziehungsweise reduzieren zu können. Die Gestaltung real zu ersetzender Zähne kann dazu in einer geeigneten CAD-Software (zum Beispiel exocad Standard- und Zusatzsoftware) erfolgen. 

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Veröffentlichung in BDIZ EDI konkret, Ausgabe 1/2019, ab Seite 80): 

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Ztm. Daniel Ellmann
Berlin
Dr. André Hutsky
Berlin