Die technischen Weiterentwicklungen in der dentalen Implantologie haben dazu geführt, dass zahnlose Patienten mit hochwertigem Zahnersatz festsitzend oder bedingt festsitzend versorgt werden können. Festsitzende Versorgungen sind jedoch nur auf einer ausreichenden Zahl von Implantaten möglich, um technische und biologische Komplikationen zu vermeiden [6, 8]. Da die Entscheidung über die Art einer Implantatversorgung nicht nur von fachlichen Erwägungen, sondern auch häufig von ökonomischen Zwängen auf Patientenseite geprägt ist, kann nicht in jedem Fall die Optimal­lösung, das heißt die festsitzende implantatprothetische Versorgung, angestrebt werden. In diesen Fällen sind herausnehmbare prothetische Lösungen auf einer reduzierten Zahl von Implan­taten die Versorgung der Wahl. Bei der Gestaltung der herausnehmbaren Prothesen müssen – anders als bei den festsitzenden beziehungsweise bedingt festsitzenden Suprakonstruktionen – klassische Gestaltungsmittel der Totalprothetik in den Prothesenrandbereichen angewendet werden, um eine ausreichende Stabilisierung der kombiniert implantat- und schleimhautgelagerten Prothesen zu erzielen. Dazu eignet sich die Methode nach Gutowski, da sich damit sehr gute Ergebnisse bei der Saughaftung der Prothesen erzielen lassen, die im Unterkiefer – neben der Fixierung auf einer reduzierten Zahl von Implantaten – zu einer zusätzlichen Stabilisierung des Prothesenhalts führen.
Der folgende Fallbericht zeigt die Versorgung einer zahnlosen Patientin mit einer konventionellen Totalprothese im Oberkiefer und einer auf zwei Implantaten mittels Locatoren befestigten Unterkiefer-Totalprothese mit funktionell ausgeformten Ventilrändern.

Fallbeschreibung

Die 66-jährige Patientin wünschte sich eine neue definitive prothetische Versorgung im Ober- und Unterkiefer, da die aktuelle Versorgung eine nur eingeschränkte Kaufähigkeit zuließ. Zum Zeitpunkt der Vorstellung in unserer Praxis war die Patientin im Oberkiefer mit heraus­nehmbarem Zahnersatz versorgt, der alio loco hergestellt und auf zwei Teleskopen an den Zähnen 11 und 21 fixiert worden war. Im linken Unterkiefer-Seitenzahnbereich waren die fehlenden Zähne 36 bis 34 durch eine festsitzende Metallkeramikbrücke ersetzt worden. Im rechten Unterkiefer fehlte Zahn 46, die Zähne 47 und 45 waren überkront. Zahn 44 war bis auf Gingivaniveau frakturiert. Bei den beiden Zähnen 44 und 45 waren vor Jahren Wurzelspitzenresektionen durchgeführt worden. Auf der Übersichtsröntgenaufnahme, die am Tag der Patientenvorstellung hergestellt wurde, waren im Bereich der Wurzelspitzen keine Anzeichen pathologischer Prozesse zu sehen. Beim distalen Pfeilerzahn 37 hingegen war röntgenologisch eine große apikale Aufhellung zu erkennen, die jedoch klinisch symptomlos war (Abb. 1).

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Dr. Michael Fischer
Ztm. Benjamin Votteler