Das Forchheimer Implantatkonzept hat zum Ziel, den überweisenden Zahnarzt zu stärken. Dies geschieht über eine deut­liche Reduktion von Behandlungszeit des überweisenden Zahnarztes und damit zu mehr wirtschaftlicher Effizienz bei der prothetischen Restauration. Das Herzstück des Konzepts ist die digitale Abformung der Implantatposition während der Implantation. Dies ermöglicht die Weiterverarbeitung der Daten während der Einheilung, sodass zum Zeitpunkt der Freilegung bereits der individuelle Gingivafomer, das definitive Abutment et cetera eingegliedert werden können. Da die Weiterverarbeitung der Roh­daten sehr anspruchsvoll und mit einigen Kosten verbunden ist, hilft der alleinige Austausch der Scandaten in dem überwiegenden Teil der Fälle nicht weiter. Ein weiterer wichtiger Aspekt bei einem rein digitalen Workflow ist die Einschränkung der restaurativen Therapie auf einen monolitischen Zahnersatz. Denn wie sollte ein Zahntechniker, ohne Modell eine Krone im ästhetischen Fenster schichten?
Obwohl sehr viel über den digitalen Workflow gesprochen und geschrieben wird, ist die Kombination aus digitalem und analogem Workflow eher die Regel als die Ausnahme. So sucht auch das Forchheimer Implantatkonzept immer wieder die Anbindung an den analogen Workflow. Über seine fünf Module hat unser Implantatkonzept nicht nur den Anspruch, auf die individuellen Wünsche des überweisenden Zahnarztes einzugehen, sondern auch die Wünsche und Anforderungen des Praxislabors im Blick.
Natürlich profitieren auch die Patienten von einem solchen Implantatkonzept, zum einen von seiner Termin- be­ziehungsweise Zeiteffizienz, zum anderen von weniger Knochenabbau dank des „One-Abutment-One-Time“-Konzepts beziehungsweise der geringeren Zahl von Wechseln der Aufbauelemente [1, 2].

Workflow bei der Implantation

Das hier beschriebene Vorgehen ist auf den Trios-Scanner (3Shape) abgestimmt; bei anderen Scannern kann sich eine Änderung des Ablaufs ergeben. Vor der Implantation sind zunächst beide Kiefer zu scannen sowie die Okklusion zu registrieren (Abb. 1). Das Scannen des Implantats wird hier einfach ausgelassen (Schritt 3, siehe Abb. 1), da es sich bei der im System hinterlegten Scanfolge um das Vorgehen nach der Freilegung handelt.

Danach beginnt wie gewohnt die Implantation. Nach der Insertion des Implantats wird als nächstes das Scan­abutment aufgeschraubt und der Scan des eigentlichen Implantats nachgeholt. Dies ist eine Sache von wenigen Minuten.

Anschließend können eventuelle Augmentationen von Hart- und/oder Weichgewebe erfolgen. Bei umfangreichen Augmentationen von Hart- und/oder Weichgewebe ist ein Weichgewebescan circa 14 Tage vor der Freilegung sinnvoll. Die neue Weichgewebssituation wird mit den Daten der Implantatposition aus dem ersten, intra­operativen Scan gematcht, sodass das Emergenzprofil für den individuellen Gingivaformer, das definitive Abutment et cetera (je nach Modul) anhand der aktuellen Situation digital geplant und weiterverarbeitet werden können. Möchte der überweisende Zahnarzt die Rohdaten selbst weiterverarbeiten, erfolgt an dieser Stelle der Datentransfer.

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung teamwork, Ausgabe 3/2019 ab Seite 201): 

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Dr. Florian Rathe
PD Dr. Dr. Markus Schlee
Roland Binder