Den Königsweg in der Implantatprothetik gibt es nicht. Jeder Patientenfall ist individuell und auf die jeweilige Person zugeschnitten. Was die Arbeit jedoch erleichtert sowie Sicherheit und Kontrolle gibt, das sind strukturierte Arbeitsabläufe. Ich möchte in jeder Planungs- und Fertigungsphase nachvollziehen können, wo ich mich befinde, was bereits stimmt und was ich noch verbessern muss. So gehören eine umfassende funktionelle und
ästhetische Analyse mittels Wax-up sowie der direkte Patientenkontakt für mich unbedingt zum implantatprothetischen Erfolg dazu – insbesondere, wenn es sich um einen einzelnen Frontzahn handelt. Wichtig für das Gelingen einer implantatgestützten Versorgung ist auch, dass Behandler, Chirurg und Zahntechniker aufeinander eingespielt sind und im Team arbeiten. Jeder muss wissen, was er von dem anderen erwarten kann und was er an Informationen benötigt. So habe ich über all die Jahre hinweg gelernt, dass ich den Zahnarzt auch proaktiv ansprechen muss, um an die Informationen zu kommen, die ich für meine Arbeit benötige. Die Zahnärzte, mit denen ich zusammenarbeite, haben sich daran gewöhnt, dass ich „im Dienst der Sache“ lästig sein kann und zum Beispiel Situ-Modelle noch vor dem ersten Patientenkontakt benötige. Für mich gilt: Je früher ich den Fall für mich erarbeiten und planen kann, desto weniger Fehler unterlaufen mir im Nachhinein.

Strukturierter Arbeitsablauf zum idealen Emergenzprofil

Was ist aus zahntechnischer Sicht an der anterioren Implantatkrone nun so besonders? Ganz einfach: ihre Position. Zum einen steht sie in der ästhetischen Zone, zum anderen muss sie sich als Einzelzahn sowohl bezüglich der Ästhetik als auch hinsichtlich der Funktion perfekt in die natürliche Frontzahnreihe einpassen. Das heißt: Neben der weißen muss auch die rote Ästhetik stimmen. Im Hinblick auf das Weichgewebemanagement, ist man als Zahntechniker grundsätzlich abhängig vom Chirurgen. Gleichzeitig sollte man
auch als Zahntechniker über biologisches Wissen verfügen.

Lesen Sie den gesamten Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung teamwork, Ausgabe 6/2018 ab Seite 392): 

Artikelempfehlungen

  • Orale Rehabilitation nach generalisierter aggressiver Parodontitis

    Atrophierte Kieferknochen mit Konzept rekonstruieren

    Stark atrophierte Kieferknochen können zur Aufnahme von Implantaten mit autologen Knochen, Knochenersatzmaterial oder einer Kombination beider Verfahren rekonstruiert werden. Im beschriebenen Fall wurde das „Schichtprinzip“ als Teil einer Sinusbodenelevation nach dem „biologischen Konzept“ von Prof. Dr. Fouad Khoury angewendet.

  • Kompromisse im Praxisalltag

    Zwischen Patientenwünschen und therapeutischen Optionen

    Im Praxisalltag sind Patienten mit einem ausgeprägten Wunsch nach einem harmonisch-ästhetischen Erscheinungsbild ihrer Zähne und einer entsprechend hochwertigen Versorgung eher die Ausnahme. Anders Patienten mit einem funktionell wie ästhetisch mehr oder weniger desolaten Zustand ihrer Zähne. Sie suchen – aus welchen Gründen auch immer – einen Zahnarzt vielfach erst „kurz vor zwölf“ auf.

Teilen:
Uwe Gehringer
Dentallabor, München