Die resorptiven Umbauvorgänge nach einer Zahnextraktion resultieren in einem deutlichen Hart- und Weichgewebsverlust, sowohl im horizontalen als auch im vertikalen Bereichen (Schropp 2003, Araujo 2005, Amler 1969, Nevins 2006). Vor allem die vestibuläre Knochenlamelle wird stark kompromittiert (Smukler 1999, Araujo 2005). Allerdings ist eben diese ausschlaggebend für den Implantat-Langzeiterfolg. Daher werden Behandlungsstrategien gesucht, mit denen der Gewebeerhalt nach einer Extraktion so gut wie möglich gesichert wird. Grundsätzlich kann durch eine Socketpreservation die bukkale Knochenwand nicht in allen Fällen erhalten werden, wohl aber das Volumen der Alveole, das ohne diese Technik zu großen Teilen resorbiert wäre (zum Beispiel Arauja 2008).

Einleitung

Es wurden schon zahlreiche Techniken zum bestmöglichen Alveolenerhalt beschrieben. Sie unterscheiden sich im chirurgischen Protokoll (Lappenbildung zum vollständigen Wundverschluss, lappenfreies Vorgehen beziehungsweise bewusste Exposition) sowie in der Verwendung von Füllmaterial oder Membranen zur Abdeckung des knöchernen Augmentats. Der konventionelle Behandlungsplan mit vollständigem Wundverschluss der Extraktionsalveole sieht vor, dass durch die Präparation eines Verschiebelappens die Mukogingivalgrenze verschoben wird. Das hierbei verlorenengegangene keratinisierte Gewebe muss zu einem späteren Zeitpunkt durch verschiedene Techniken wieder generiert werden. Daher gibt es das Bestreben, weichgewebsschonende minimal­invasive Methoden oder ein lappenfreies Vorgehen anzuwenden.

Soll der Verschluss der Alveole mit einem autologen Weichgewebe-Punch oder einem Bindegewebstransplantat aus dem Gaumen vermieden werden, bleiben die Augmentationsmaterialien bei einem lappenfreien Vorgehen in der Regel exponiert. Sowohl die alleinige Verwendung von Biomaterial als auch die zusätzliche Verwendung der gängigen Barrieremembranen führen häufig nicht zum gewünschten Augmentationsergebnis. Als Gründe zu nennen sind beispielsweise Infektionen, vorzeitige Resorption und/oder das Einwachsen von Weichgewebe (Brkovic 2012, Darby 2009, Klinger 2010, Friedmann 2011). Nur wenige Biomaterialien erfüllen somit die Voraussetzung für eine minimalinvasive Versorgung der Extraktionsalveole.

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Dr. Michael Jablonski
Alzenau