Einführung

Das Ziel der regenerativen Medizin ist die Wiederherstellung und Heilung der erkrankten beziehungsweise zerstörten Gewebe [18].
Intraorale Weichgewebe- und Knochendefekte weisen eine unterschiedliche Epidemiologie auf. Unabhängig davon, ob durch Trauma, Zahnverlust oder Tumorresektion entstanden, müssen Weichgewebe- und Knochendefekte erst rekonstruiert werden, bevor eine Wiederherstellung der Kaufunktion möglich wird [14]. Deshalb stellt die präimplantologische Knochen- beziehungsweise Weichgewebsaugmentationdie Hauptindikation in der Oralchirurgie beziehungsweise Mund-, Kiefer-, und Gesichtschirurgie für die Anwendung regenerativer Maßnahmen dar [3]. Für diese Indikationen sind bislang autologe Transplantate aufgrund ihrer hohen Bioaktivität und des ausgeprägten Regenerationspotenzials nach wie vor als Goldstandard anzusehen [4].
Die Entnahme von autologen Knochenblöcken kann mit einer hohen Morbidität der Patienten einhergehen [24].
Um die Patientenmorbidität zu minimieren, wurden minimalinvasive Verfahren entwickelt, die aus dem peripheren Blut hergestellt werden können [25]. Diese Systeme sollen nicht autologen Biomaterialien bei der Entfaltung ihrer Funktion als Haut- und Knochenersatzmaterialien unterstützen. Die Blutkonzentratsysteme basieren gemeinsam auf dem Prinzip der Zentrifugation zur Trennung beziehungsweise Konzentration der Blutbestandteile. Allerdings existieren unterschiedliche Systeme, die sich sowohl im Herstellungsprozess als auch in ihrer Zusammensetzung unterscheiden (Abb. 1). Das plättchenreiche Plasma (Platelet-Rich Plasma = PRP) bedarf mehrmaliger Zentrifugationen
und der Anwendung von externen Zusätzen, die die Koagulationskaskade beeinflussen
[2]. Dabei wird die Koagulationskaskade zunächst gehemmt und nach Trennung in die einzelnen Bestandteile wieder aktiviert. Zeitgleich wurde ein weiteres System, das Plasma Rich Growth Factors (PRGF) vorgestellt [4], das vor allem den Nutzen von Wachstumsfaktoren aus dem peripheren Blut hervorhebt. Ähnlich wie beim PRP bedarf die Herstellung des PRGFs ebenfalls der Zugabe von externen Zusätzen. Beide Systeme haben seit ihrer Einführung viele Anwendungen in unterschiedlichen medizinischen und zahnmedizinischen Bereichen gefunden. Allerdings wird die Herstellung dieser Systeme aufgrund der mehrmaligen Zentrifugation und der externen Zusätze als zeitaufwendig und techniksensitiv empfunden.

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung teamwork, Ausgabe 3/2018, Seite 190-198): 

Artikelempfehlungen

  • Schlechte Prognose für Molaren

    Fragwürdige Zähne ersetzen oder erhalten?

    Dieses Review beschäftigt sich mit der Prognose und der Behandlung von Zähnen, die leichte bis schwere Schäden aufweisen.

  • Beitrag der ZZI: Behandlung von iatrogenen Schäden von Ästen des Nervus trigeminus – Abwarten, Medikamente oder chirurgische Therapie?

    Nervläsionen

    Bei iatrogenen Verletzungen des Nervus trigeminus handelt es sich um unangenehme Komplikationen im Rahmen eines zahnärztlichen Eingriffs. Eine frühzeitige Planung der weiteren Therapie ist entscheidend. Daher werden in dem vorliegenden Beitrag die derzeitigen Therapiemöglichkeiten herausgearbeitet und dargestellt.

Teilen:
Prof. Dr. Dr. Dr. Shahram Ghanaati
Universitätsklinikum der Goethe-Universität, Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum Frankfurt am Main