Die Prävention oraler Erkrankungen ist primäres Ziel zeitgemäßer zahnmedizinischer Behandlungsstrategien. Für den Zahnmediziner bedeutet dies unter anderem, vorausschauend zu planen und zum Beispiel prothetische Therapien auch unter hygienischen Gesichtspunkten umzusetzen. So kann beispielsweise die suboptimale Gestaltung der prothetischen Versorgung weitreichende Folgen nach sich ziehen. Im vorliegenden Fall klagte die Patientin über eine erschwerte Mundhygiene im Bereich der fünfgliedrigen Brücke im Oberkiefer. Die basale Gestaltung der weitspannigen Brücke ließ keine ausreichende Hygienefähigkeit zu. Immer wieder setzten sich Speisereste unterhalb der Brücke fest. Die Brücke musste aufgrund von Sekundärkaries entfernt werden.
Es wurde eine implantatprothetische Neuversorgung vorgenommen. Dieser Artikel soll dafür sensibilisieren, dass die initial zunächst teurere Therapie in vielen Fällen bei geringerem Nachsorgeaufwand und längerer Verweildauer die finanziell günstigere Variante sein kann.

Ausgangssituation

Eine 59-jährige Patientin stellte sich erstmals mit vorhandenen prothetischen Versorgungen im Ober- und Unterkiefer in der Praxis vor. Die allgemein-medizinische Anamnese war bis auf eine Schilddrüsenunterfunktion und eine Pollenallergie unauffällig. Die Patientin ist Nichtraucherin. Die zahnmedizinische Anamnese zeigte eine auf den Seitenzahnbereich lokalisierte, schwere chronische Parodontitis, Konkremente, Taschensondierungstiefen von 3,5 bis 4,5 mm, keine Lockerungen, keinen Bifurkations- oder Trifurkationsbefall, Rezessionen von 0,5 bis 1 mm, PCR-Wert 50 Prozent und einen gingivalen Blutungsindex (GBI) von 30 Prozent. Die Patientin klagte über ständigen Mundgeruch, das Festsetzen von Nahrungsresten im Oberkiefer rechts und einen unangenehmen Geschmack. Zusätzlich hatte sie das Gefühl, die vorhandene Brücke 13 bis 17 würde sich lösen. Bei der Untersuchung der konventionellen prothetischen Versorgung wurden an 13 und 17 insuffiziente Kronenränder mit Kariesbildung festgestellt. Eine Entfernung der Brücke war indiziert.

Lesen Sie hier kostenlos den vollständigen Fallbericht als PDF-Datei (Erstveröffentlichung BDIZ EDI konkret, Ausgabe 2/2017, Seite 90-93):

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Dr. Dr. Philipp Plugmann M.Sc. M.Sc. MBA
Zahnarzt, TSP Implantologie (BDIZ EDI), Parodontologie (DGParo Master), Leverkusen