Einleitung

Sicherlich richtet man sich bei der Implantologie zunächst nach den anatomischen Gegebenheiten. Im Oberkiefer sind die Nasenhaupt- und die Kieferhöhle die limitierende Struktur und im Unterkiefer der Nervus alveolaris inferior. Im Unterkiefer kann es bei Vorliegen stark unter sich gehender Areale bei der Implantation zu Perforationen des Knochens und zu Verletzungen des Mundbodens kommen – mit allen denkbaren Komplikationen bis hin zu extremen Blutungen [3]. Das heißt, in diesen Fällen muss man auch besonders der Wilson-Kurve Rechnung tragen und die Implantate entsprechend positionieren.
Durch den Einsatz von Bohrschablonen gelingt es häufig, die Positionierung der Implantate intraoperativ zu erleichtern. Die knöcherne Situation darf man aber nicht aus dem Auge verlieren.

Implantatpositionierung

Unabhängig von den eben beschriebenen anatomischen Strukturen müssen Implantate bei ihrer Insertion in mesiodistaler und orovestibulärer Richtung richtig positioniert werden. Sie sollten somit im Envelope stehen und zuletzt auch noch vertikal korrekt eingebracht sein.

Mesiodistale Positionierung von Implantaten

Die mesiodistale Positionierung des Implantats wird durch die vorhandene Lücke bestimmt und somit durch Art und Zahl der verloren gegangenen Zähne. Verkompliziert wird die Situation dann, wenn es zu Folgeveränderungen kommt, wie Drehungen oder Kippungen von Nachbarzähnen, und so unnatürlich kleine Lücken entstehen oder a priori infolge einer Verschachtelung  eine sehr enge Lücke bestand. Prinzipiell wünscht man sich zwischen einem Implantat und einem Zahn 1,5 mm Platz und zwischen 2 Implantaten 3 mm, sodass jedes Implantat für sich zirkulär 1,5 mm Platz braucht. Dann gelingt es eher, die zwischen den Implantaten befindlichen knöchernen und weichgeweblichen Strukturen zu schützen, sodass diese in der Folge nicht verloren gehen und es zur Ausbildung der unerwünschten schwarzen Dreiecke kommt, da die Papille verloren geht [2].

Lesen Sie den gesamten Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung ZZI, Ausgabe 4/2018, ab Seite 308): 

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Prof. Dr. Dr. Christian Walter
Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie Mediplus Mainz, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie – plastische Operationen der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität