Coronavirus: exocad Insights von März in den September verschoben
Coronavirus: exocad Insights von März in den September verschoben © exocad

Ein Programmhöhepunkt wird die Präsentation eines komplexen Implantatfalls von der Planung bis zur Implantatinsertion und Sofortversorgung mit einem vorgefertigten, temporären Zahnersatz – mit Live‑OP von Dr. Paulo Maló, Lissabon/Portugal, prothetischer Planung und Umsetzung von Uli ­Hauschild, Sanremo/Italien, sowie Waldo Zarco Nosti, Marbella/Spanien. Ein digitaler Workflow in der interdiszi­plinären Teamarbeit, über den Zahntechniker Uli Hauschild berichtet.

„A decade of digital innovation“ lautet das Motto für das globale Event Insights 2020 von exocad. Der weltweit renommierte Softwareentwickler feiert in diesem Rahmen sein zehntes Firmenjubiläum. Erwartet werden bis zu 850 Zahnärzte und Zahntechniker aus Europa, Nord- und Südamerika, Asien, Afrika und Australien. Für sie hat exocad ein abwechslungsreiches Programm mit zahlreichen Höhepunkten vorbereitet, zum Beispiel gleich am Donnerstag: Das Team Dr. Paulo Maló mit den Zahntechnikern Uli Hauschild und Waldo Zarco Nosti zeigt live die implantologische Sofortversorgung eines Patienten und damit auch, wie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im digitalen Workflow auf der offenen exocad-Softwareplattform funktioniert. Auf der Bühne stellen die Zahntechniker Uli Hauschild und Waldo Zarco Nosti die Strategie für die Ästhetik- und Implantatplanung für den Patientenfall vor. Dr. Paulo Maló, Lissabon, führt die Implantation mit Sofortversorgung aus, die live aus seiner Lissa­boner Klinik ins darmstadtium übertragen wird.

Sie zeigen gemeinsam mit Waldo Zarco Nosti und Dr. Paulo Maló einen komplexen Implantatfall mit Sofortversorgung. Worin liegt der Reiz dieser interdisziplinären Zusammenarbeit, Herr Hauschild?
Die Möglichkeit, über so große Distanzen mit internationalen Spezialisten zusammenzuarbeiten, sehe ich als echte Chance. Jeder einzelne bringt sein Fachwissen auf seinem Spezialgebiet ein. Auf das Wissen des anderen zurückgreifen zu können, erlaubt eine sehr kreative Gestaltung des Falls. Man kann nur kreativ sein, wenn man sein Handwerk perfekt beherrscht. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Paulo und Waldo, weil die Perfektion ihrer Arbeit mir erlaubt, meinen Teil sehr gut ausführen zu können. Das ist der eigentliche Reiz an diesem Fall. Die Aussicht auf die bestmögliche Patientenversorgung, über sich hinauswachsen zu können, weil jeder Beteiligte den anderen beflügelt und nicht bremst.
Paulo wird die Implantate genau wie geplant in seiner Klinik in Lissabon inserieren, und wir werden im darmstadtium live dabei sein. Dann sehen wir, wie vorhersagbar heute im virtuellen Austausch eine so komplexe orale Rehabilitation umgesetzt werden kann.

Mit welchen Patientendaten beginnen Sie in der Regel, die Strategie für die Implantatplanung zu entwickeln?
Wir arbeiten mit Daten unterschiedlichen Ursprungs. Zu uns kommen Datensätze von Intraoralscannern sowie konventionelle Abformungen, die wir im Labor virtualisieren. Beide Wege sind gut, solange die Abformungen sowie Scans sehr genau sind. Nur dann können wir passgenauen Zahnersatz fertigen. Patientenfotos geben uns weitere Informationen und können – bei richtiger Umsetzung – die Ästhetik des Zahnersatzes deutlich verbessern und uns die Möglichkeit geben, Arbeitsschritte besser vorauszuplanen. Entscheidend sind aber die CT/DVT-Aufnahmen, die Technologie und Zahnmedizin miteinander verbinden.

Welche Eigenschaften schätzen Sie an der Implantatplanungssoftware von exocad?
exoplan hat für uns eine Lücke in der exocad-Softwarereihe geschlossen. Wir arbeiten täglich an komplexen Implantatfällen. Da ist die einfache Anwendung auf einer offenen Softwareplattform entscheidend. Früher musste man mehrere Softwares im selben Fall nutzen, heute führt exocad vergleichbar mit einem roten Faden durch den gesamten Workflow.

Kommunikation ist die Basis für die optimale Teamarbeit von Zahntechniker und Behandler, welche digitalen Tools unterstützen Sie?
Ein großer Teil der Implantatplanung findet online statt. Sensible Patientendaten werden über verschlüsselte Clouds sicher ausgetauscht. Im Team werden Daten und Strategievorschläge für die Planung zum Beispiel über dentalshare von exocad geteilt. Alle haben unabhängig von Ort und Zeit einen direkten Zugang zu den Planungsdaten. Jeder bringt seine Kompetenzen mit ein. Das Gute ist, dass Behandler bei der Kommunikation über dentalshare keine eigene Software benötigen. So kann sich der Behandler langsam an die ­virtuelle Planung herantasten, die Softwaremodule Schritt für Schritt an seine eigenen Bedürfnisse anpassen, und er vermeidet erst einmal die Investition in eine Software, die er womöglich nicht ausreichend oft nutzt.

Sie waren bereits bei Insights 2018 als Referent dabei – wie war die Stimmung des Events?
Das Event fand am Wochenanfang, an einem Montag und Dienstag, statt. Ich war erstaunt, an normalen Arbeitstagen eine ausgebuchte Veranstaltung mit Teilnehmern aus 40 Ländern anzutreffen. Das schafft man als Unternehmen nur, wenn man seine Kunden begeistert. Die Stimmung war dementsprechend eher nicht wie auf einem herkömmlichen Kongress, sondern wie bei einer großen Party. Intraoralscanner, Modellscanner, 3-D-Drucker und Fräseinheiten unterschiedlicher Hersteller sowie die alles verbindende Software kann man auf dieser einzigartigen Plattform kennenlernen. Insights 2020 ist für alle diejenigen, die zukünftig mit dentaler Software arbeiten wollen, ein Muss.

Das Interview führte Eva-Maria Hübner.

Insights 2020

Programm, Übersicht über die Ausstellung mit über 40 exocad-Partnerunternehmen und Anmeldung für die Insights 2020 unter exocad.com/insights
Die Clinical Session für Zahnärzte findet am Freitagnachmittag statt. Die Konferenzsprache für das Event ist Englisch. Es werden Simultanübersetzungen in deutscher, spanischer, italienischer, russischer und chinesischer Sprache angeboten.

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