Referenzpunkte der CBCT-Messungen (Erläuterung siehe Artikelende) © Bartosz Maska et al./International Journal of Implant Dentistry

Insgesamt 29 DVT-Aufnahmen erfüllten die Einschlusskriterien. Bei allen Patienten wurde ein Sinuslift mit anschließender Implantation durchgeführt. Als Studienhypothese wurde angenommen, dass sich eine Verdickung der Kieferhöhlenschleimhaut nicht auf den Implantations- und Sinuslifterfolg auswirkt. Als sekundäre Fragestellung sollte der mögliche Zusammenhang von Alter, Geschlecht und Rauchen auf die Ausdehnung der Kieferhöhlenschleimhaut untersucht werden.

Ergebnisse und Konklusion

Von den 29 DVT-Aufnahmen wiesen insgesamt 93,1 Prozent eine Verdickung der Kieferhöhlenschleimhaut auf. In 6,9 Prozent der Fälle lag keine verdickte Schleimhaut vor. Ebenfalls bei 6,9 Prozent zeigte sich eine minimale Verdickung (1-2 mm), bei 20,7 Prozent eine moderate Verdickung (2-5 mm) und bei 65,5 Prozent lag eine schwere Verdickung (>5 mm) vor. Es zeigte sich, dass die Schleimhautdicke weder mit dem Geschlecht, dem Alter, dem Raucherstatus, noch mit der zugrundeliegenden Alveolarkammhöhe korreliert. Patienten mit einer parodontalen Erkrankung zeigten eine signifikante Assoziation mit Schleimhautverdickungen. Es zeigte sich trotz der hohen physiologischen Variationen und unterschiedlichen Schleimhautdicken eine Erfolgsrate für die Implantation und Sinusbodenaugmentation von 100 Prozent.   

Folgerung für den Praktiker

Durch diese retrospektive Studie konnte gezeigt werden, dass unterschiedliche physiologische Schleimhautverdickungen nicht mit Misserfolgen von Implantationen und Sinusbodenaugmentationen assoziiert sind. Ebenso bestand keine Verbindung zwischen der Schleimhautdicke und dem Geschlecht, dem Alter, dem Raucherstatus oder der vorliegenden Alveolarkammhöhe. Bei parodontal-erkrankten Patienten muss hingegen mit einer Verdickung der Sinusbodenschleimhaut gerechnet werden.

 

Orginalpublikation // Dental implants and grafting success remain high despite large variations in maxillary sinus mucosal thickening // Bartosz Maska, Guo-Hao Lin, Abdullah Othman, Shabnam Behdin, Suncica Travan, Erika Benavides und Yvonne Kapila // International Journal of Implant Dentistry (2017) 3:1 DOI 10.1186/s40729-017-0064-8 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

Quelle: International Journal of Implant Dentistry License Agreement

Erläuterung Abbildung: A: most posterior point of the sinus wall; B: most anterior point of the sinus wall; C: mid-point between A and B; C1: measurement of mucosal thickening perpendicular to AB line at point C; D: mid-point between A and C; D1: measurement of mucosal thickening perpendicular to AB line at point D; E: mid-point between B and C; E1: measurement of mucosal thickening perpendicular to AB line at point E; F: highest extension of thickened sinus membrane; GH: height of residual alveolar bone (measured at the mid-point of the edentulous ridge/implant-planned site)

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.