Einführung 

Abutments mit Flach-zu-flach-Verbindungen zeigen regelmäßig einen vertikalen Knochenverlust (Dish Defect) [23]. Abutments mit reduziertem Durchmesser im Verhältnis zum Implantatdurchmesser (Platform Switch) scheinen in der Lage zu sein, diesen krestalen Knochenverlust zu reduzieren [14, 17, 24]. Einen möglichen Vorteil konischer Abutmentverbindungen könnte der systemimmanente Platform-Switch bieten [5]. Eine höhere mechanische Stabilität sowie weniger Mikroleakage, bedingt durch geringe Mikrospalten, werden als weitere Vorteile konischer Verbindungstypen diskutiert [9, 10, 25]. Dennoch sind aufgrund heterogener Studiendesigns und verschiedenartiger Implantattypen in der Literatur klinische Schlussfolgerungen für die Praxis schwierig.

Zielsetzung 

Ziel dieser retrospektiven klinischen Studie war es, die Veränderungen im krestalen Knochenniveau unter Verwendung von Flach-zu-flach- und konischen Implantat-Abutment Verbindungen zu bestimmen. Die Gegenüberstellung von CAMLOG- und CONELOG Implantaten sollte vergleichbare Bedingungen bezüglich der Außengeometrie der Implantate gewährleisten. Material und Methode: Einschlusskriterien waren, dass alle Patienten vom selben Chirurgen, einem Prothetiker, einem Zahntechniker und mit Einzelzahnkronen versorgt wurden. Die mesiale und distale Distanz vom krestalen Knochenniveau zur Implantatschulter wurde nach der Implantatinsertion (Orthopantomogramm) sowie nach prothetischer Belastung (Zahnfilm in Paralleltechnik) radiografisch gemessen. Die Knochenveränderungen wurden bestimmt, und mithilfe des Tukey’s Range Test wurden die Mittelwerte auf signifikante Unterschiede untersucht (p < 0,05). Dreißig CAMLOG-Implantate (ohne Platform Switch) bei 17 Patienten und 30 CONELOG-Implantate bei 20 Patienten wurden nachuntersucht (CAMLOG, Wimsheim, Deutschland). Der mittlere Zeitraum bis zur Nachuntersuchung betrug 25 Monate in der CAMLOG-Gruppe und 18 Monate innerhalb der CONELOG-Gruppe post implantationem.

Ergebnisse

Die mittlere Veränderung im marginalen Knochenniveau zwischen der Implantatinsertion und der Nachuntersuchung war signifikant bei den CAMLOG-Implantaten (p < 0,002; p < 0,008). Die CONELOG-Implantate zeigten keine signifikanten Veränderungen (p < 0,992; p < 0,999). Der Vergleich der CAMLOG- und CONELOG-Implantate miteinander zeigte einen signifikanten Einfluss des Implantatsystems auf das krestale Knochenniveau (p < 0,001). Ein Knochenverlust konnte bei 67 % der CAMLOG-Implantate beobachtet werden. Wohingegen ein Knochenzuwachs bei 47 % und kein Knochenverlust bei weiteren 30 % der CONELOGImplantate registriert werden konnte.

Schlussfolgerung

Innerhalb der Grenzen dieser retrospektiven Studie scheinen konische Abutmentverbindungen im Vergleich zu Flach-zu-Flachen-Verbindungen einen periimplantären Knochenverlust zu verhindern und einen positiven Einfluss auf den marginalen Knochen zu haben.

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung ZZI 4/2016, Seite 297-304):

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Amelie Seufert
Saalepraxis, Saalfeld
Dr. Jörg-Ulf Wiegner
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Gemeinschaftspraxis Sylvia Kreher und Dr. Thomas Kreher, Saalfeld
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