Fix-Prothese auf den drei Implantaten befestigt © Ricardo de Oliveira Silva et a

Bei sechs Minischweinen wurden jeweils beidseitig drei Prämolare und ein Molar extrahiert. Anschließend wurden im rechten Unterkiefer drei Implantate mit einer Einheilzeit von neun Monaten inseriert und im linken Unterkiefer drei Implantate, welche sofort nach dem Setzen wieder entfernt wurden. Alle 36 Implantate wurden mit einem entgegen der Insertionsrichtung gerichteten Drehmoment entfernt und die unterschiedlichen Messgrößen ausgewertet. Darüber hinaus wurde der periimplantäre Knochen entfernt und histologisch untersucht.

Ergebnisse und Konklusion

Es zeigte sich, dass das benötigte Drehmoment zur Entfernung der eingeheilten Implantate höher war als bei den nicht-eingeheilten Implantaten. Histologisch zeigte sich ausgereifter Knochen bei den neunmonatigen eingeheilten Implantaten und unreifer periimplantärer Knochen bei den sofort nach Insertion entfernten Implantaten. Statistisch konnten Unterschiede in der Expression von Osteocalcin bei den eingeheilten Implantaten, jedoch keine Unterschiede in der Expression von Kollagen I festgestellt werden. Durch das Ausdrehmoment bei der Implantatentfernung wurden Mikrofrakturen und Knochenrinnen erzeugt.

Folgerung für den Praktiker

Das Ausdrehmoment zur Entfernung von eingeheilten Implantaten ist höher als bei Implantaten, die sofort nach der Implantation entfernt werden. Obwohl durch das Ausdrehmoment bei der Implantatentfernung Mikrofakturen und Knochenrinnen erzeugt werden, wird dadurch nicht die Knochenheilung beeinflusst. Somit stellt diese Art der Implantatentfernung eine geeignete Möglichkeit dar.

Orginalpublikation // Twist removal of healed vs. Nonheald implants- a mechanical and histological study in mini pigs // Ricardo de Oliveira Silva, Fabrício Passador und Paulo Henrique Ferreira Caria // International Journal of Implant Dentistry (2016) 2:23 DOI 10.1186/s40729-016-0059-x //

Die komplette Studie finden Sie hier. 

 

 

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.