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Von 120 in die Studie eingeschlossenen Patienten (ø Alter: 51,4±8,1 Jahre) wurden 116 mit Einzelzahnimplantaten versorgt (77 Frauen und 39 Männer). Je 58 Implantate wurden mit einem Einbringdrehmoment bis 50 Ncm (regular-IT-Gruppe) und zwischen 50 und 100 Ncm (high-IT-Gruppe) versorgt. Direkt nach der Implantation, sowie nach drei, sechs und 12 Monaten, fertigten die Untersucher Röntgenbilder an und erhoben die notwendigen Befunde.

Ergebnisse und Konklusion

In der regular-IT-Gruppe wurden die Implantate mit einem ø Drehmoment von 30,3±7,5 Ncm und in der high-IT-Gruppe mit einem ø Drehmoment von 68,8±9,0 Ncm eingebracht. Drei Implantate gingen im Beobachtungszeitraum von 12 Monaten verloren (12-Monatsüberleben: 97,4 Prozent). Der marginale Knochenverlust lag in der regular-IT-Gruppe bei 0,71 ± 0,39 mm und damit niedriger als in der high-IT-Gruppe (1,11±0,45 mm). Signifikate Unterschiede gab es auch für das faziale Weichgewebe (Rezession im Oberkiefer von 0,14 mm = regular-IT-Gruppe und 0,69 mm = high-IT-Gruppe; Rezession im Unterkiefer von 0,26 mm = regular-IT-Gruppe und 1,06 mm = high-IT-Gruppe). Die Rezessionen waren in der Gruppe mit einem bukkalen Knochen unter 1 mm ausgeprägter als in der Gruppe mit mehr als 1 mm.

Folgerung für den Praktiker

Die Studie hat gezeigt, dass Einbringdrehmomente von mehr als 50 Ncm größere Rezessionen zeigen und zu einem stärkeren Knochenverlust führen. Speziell in Situationen, in denen die bukkale Knochenlamelle unter 1 mm Stärke aufweist, waren diese Effekte zu beobachten. Dem Praktiker wird daher empfohlen, Implantate primärstabil mit einem Drehmoment bis 50 Ncm einzubringen und auf eine gute Compliance zu achten.

Originalpublikation // The Effect of Insertion Torque on the Clinical Outcome of Single Implants: A Randomized Clinical Trial // Antonio Barone, Fortunato Alfonsi, Giacomo Derchi, Paolo Tonelli, Paolo Toti, Saverio Marchionni, Ugo Covani // Clinical Implant Dentistry and Related Research, Volume 18, Number 3, 2016. DOI 10.1111/cid.12337 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Frederic Kauffmann
Dr. med. dent. Frederic Kauffmann studierte Zahnmedizin an der Universität Würzburg. Nach seiner Assistenzzeit wechselte er 2013 an die Uniklinik Würzburg. Sein Fokus liegt im Bereich der konventionellen PA-Therapie und plastischen PA-Chirurgie.