Dreidimensionale Augmentationen des atrophierten Kieferknochens im Zuge einer Implantation sind heute gängige Praxis. Dazu werden auch Titangitter eingesetzt, die als Barriere gegenüber dem einsprossenden Weichgewebe wirken [13]. Zugleich ermöglichen sie eine unbeeinträchtigte Knochenregeneration, stabilisieren das Augmentat und schaffen mechanische Ruhe für die Knochenheilung. Die Effizienz dieses Verfahrens wurde in der Literatur hinreichend belegt [11, 2]. Grundlage dieses Prinzips ist die Guided Bone Regeneration (GBR), die seit 1968 auf dem Gebiet der Zahnmedizin dokumentiert ist [1]. Dabei kommen resorbierbare und nicht­ resorbierbare Membranen zum Einsatz.

Der Einsatz von konventionellen Titan­gittern ist seit Jahren etabliert und dennoch können einige Schwierigkeiten auftreten. Das Titangitter muss intraoperativ an den Defekt angebogen und zugeschnitten werden. Daraus resultiert eine Verzögerung im operativen Vorgehen, und es können scharfe Kanten entstehen. Werden diese nicht geglättet, kann es zu einer Traumatisierung der Gingiva kommen. Eine Exposition des Titangitters ist die Folge, eine mögliche Zutrittspforte für Bakterien in die Tiefe ist geschaffen [12]. In der Literatur ist man sich einig, dass die Exposition des Titangitters die häufigste Komplikation im Zusammenhang mit dieser Technik darstellt. Die angegebene Zahl weist dabei unterschiedlichste Werte auf. Die durchschnitt­liche Dehiszenzrate betrug bei Rasia dal Polo et al. 16,1 Prozent [16]. Ähnliche Ergebnisse wurden in einem systematischen Review durch Cordaro et al. [14] angegeben. Andere Studien berichten von einer Dehiszenzrate von 35,2  Prozent [15].

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Dr. Amely Hartmann
Dr. Markus Seiler MSc MSc