Zusammenfassung: In der computerunterstützten Implantation („Guided Surgery“) wird derzeit am häufigsten die statische Navigation angewendet. Bei diesem Konzept übertragen digitale Bohrschablonen die zuvor virtuell geplante Implantatposition auf den Operationssitus. Die präoperative Planung erfolgt mithilfe einer Computersoftware, die ein dreidimensionales Röntgenbild sowie einen Oberflächenscan miteinander verrechnet und darstellt. Die Schablonen werden auf der Basis eines digitalen Oberflächenscans entweder mittels CAD/CAM-Technologie gedruckt oder gefräst. Es ist damit zu rechnen, dass schablonengeführte navigierte Implantationen sehr geringe Abweichungen aufweisen (< 2 mm), besonders bei dental abgestützten Schablonen im teilbezahnten Gebiss. Die unterschiedlichen Komponenten dieses digitalen Workflows bergen eine Reihe von möglichen Fehlerquellen, die sich in ihrer Summe erheblich auf das Ergebnis und somit auch auf die prothetische Versorgung auswirken können. Der klinisch tätige Implantologe sollte diese Fehler kennen und interpretieren können. Allerdings liegen diese Abweichungen nachweislich weit unter denen von nicht geführten Implantationen.
Schlüsselworte: Guided Surgery, statische Navigation, Bohrschablone, 3D-Planung, Backward Planning
Zitierweise: Knüver F, Dhom G, Mansour S: Digitale Bohrschablonen. Die Genauigkeit der statischen computernavigierten Implantation. Z Zahnärztl Implantol 2018; 34: 292–298. DOI 10.3238/ZZI.2018.0292–0298

Einleitung

Das sog. Backward Planning ist der derzeitige Goldstandard in der Implantologie, dabei steht die prothetische Planung der chirurgischen voran [19, 32, 41]. Das im englischsprachigen Raum als „prosthetically driven implant placement“ oder „re storation-driven implant placement“ bezeichnete Konzept erfordert die dreidimensionale Implantatpositionierung bezüglich der prothetischen Versorgung [2]. Zur Darstellung der knöchernen Strukturen ist ein Computertomogramm (CT) oder eine digitale Volumentomografie (DVT) erforderlich. Die DVT geht mit einer reduzierten Strahlendosis und einem ausgewählten Field of View (FOV) einher [3]. Zusätzlich ist ein Oberflächenscan in Form eines Intraoralscans oder eines Modellscans der intraoralen Situation notwendig, ebenso wie ein Datensatz der prothetischen Planung in Form eines digitalen oder digitalisierten Wax-ups (s. „Digitale Implantatplanung“ ZZI 2/2018). Eine geeignete Software fügt die unterschiedlichen Datensätze zusammen(Matching) und stellt damit die knöchernen Verhältnisse und das Weichgewebe dar sowie die prothetische Planung und die sensiblen anatomischen Nachbarstrukturen [21]. Mithilfe der Planungssoftware können Implantate virtuell geplant werden. Diese Informationen können auf eine digitale Bohrschablone übertragen werden, die intraoperativ verwendet werden kann. Die statisch navigierte Implantation ist gekennzeichnet durch die Übertragung der präoperativ geplanten Implantatposition auf eine Bohrschablone, die als Führung während der Implantatbettaufbereitung und ggf. der Implantateinbringung dient [18]. Solche Bohrschablonen versprechen einen exakten Transfer der geplanten auf die tatsächliche Implantatposition.
Diese Entwicklungen sind sehr vielsprechend. Zuverlässigkeit, Genauigkeit und Präzision der Bohrschablonen spielen dabei eine große Rolle. Die Genauigkeit jedes Behandlungsschritts fließt ebenso ein wie die Summation der Fehler [31]. Das fehlerhaft positionierte Implantat kann einen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Dieser Übersichtsartikel beleuchtet die Genauigkeit von digital erstellten Bohrschablonen im teil- und unbezahnten Gebiss. Ein Vergleich der geplanten mit der tatsächlichen Implantatposition und das Langzeitüberleben der Implantate sind die maßgeblichen Parameter. …

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung ZZI, Ausgabe 04/2018, ab Seite 293): 

 

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Dr. Sonia Mansour MSc
Praxis Prof. Dhom & Kollegen, Ludwigshafen
Fabian Knüver
Oberstabsarzt, Sanitätsunterstützungszentrum Cochem, Zahnarztgruppe Lebach
Prof. Dr. Günter Dohm
Fachzahnarzt für Oralchirurgie, Prof. Dr. Dhom & Kollegen, Ludwigshafen