Überlebenswahrscheinlichkeit der Implantate © Wolfram Knöfler et al./International Journal of Implant Dentistry

In dieser retrospektiven Analyse wurden insgesamt 10 158 Implantate von 3095 Patienten aus drei privaten Praxen einbezogen. Die Studienautoren versorgten die Implantate entweder implantologisch, mit oder ohne Knochenaugmentation. Für die Augmentation nutzten sie unterschiedliche Materialien und Membranen. Wenn nötig, erfolgte auch eine Stabilisierung des Augmentats mithilfe von Titangittern. Die Ermittlung der Implantatsüberlebensrate erfolgte sowohl für augmentierte als auch für nicht augmentierte Bereiche. Zusätzlich fand eine Analyse der Augmentationstechniken, des Augmentationsmaterials und der Membranen statt.

Ergebnisse und Konklusion

In 74 Prozent der Fälle wurde eine natürliche Kollagenmembran unter den Membranen eingesetzt. Denn bezüglich der Überlebensrate des Implantats zeigte diese die besten Ergebnisse gegenüber den anderen 36 Prozent der eingesetzten Membranen.

Folgerung für den Praktiker

Das Ergebnis dieser retrospektiven Studie zeigt, dass Implantate in augmentierten Bereichen und Implantate ohne Augmentation ähnliche Überlebensraten besitzen. Die Überlebensrate bei Implantaten mit Augmentation wies jedoch tendenziell bessere Resultate auf. Unter den Augmentationsmaterialien erzielten das deproteinisierte bovine Material und autologe Knochenpartikel die besten Ergebnisse. Diese beiden Materialien sollten daher gegenüber den anderen bevorzugt verwendet werden. Als Membran erreichte die natürliche Kollagenmembran die höchste Implantatüberlebensrate. Trotz der bereits großen Anzahl einbezogener Falldaten und Implantate in diese Studie, sollten weitere gut ausgerichtete klinische Studien durchgeführt werden, um die hier präsentierten Ergebnisse zu bestätigen und zu verifizieren.

 

Orginalpublikation // Retrospective analysis of 10,000 implants from insertion up to 20 years-analysis of implantations using augmentative procedures // Wolfram Knöfler, Thomas Barth, Reinhard Graul und Dietmar Krampe // Knöfler et al. International Journal of Implant Dentistry (2016) 2:25 DOI 10.1186/s40729-016-0061-3 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

Quelle: International Journal of Implant Dentistry License Agreement

 

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.