Zusammenfassung

Wie an vielen anderen deutschsprachigen Hochschulen können Studierende der Zahnmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) eine Vorlesungsreihe zur Implantologie besuchen. Ergänzt wird sie durch diverse Hands-on-Kurse. Dieses fakultative Angebot wird seit 2011 in Zusammenarbeit zwischen der Universitätsklinik und -poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie sowie der Universitätsklinik für Zahnärztliche Prothetik durchgeführt.

In der studentischen Ausbildung im Bereich Prothetik der MLU ist der digitale Workflow seit über acht Jahren fester Bestandteil. Anfangs wurde noch klassisch abgeformt. Die Digitalisierung erfolgte erst laborseitig über einen Desktopscanner. Ab 2013 wurden Intraoralscanner in der Lehre eingesetzt. Von 2016 an erfolgte die gesamte Herstellung einer Einzelkrone durch die Studierenden vollständig digital.

Aufgrund der guten Erfahrungen mit der digitalen Technologie wurde sie im selben Jahr auch auf die Planung von Implantaten durch Studierende ausgeweitet. Für diesen Zweck wurde die digitale Abformung, zum damaligen Zeitpunkt bereits fester Bestandteil der Kurse für Zahnersatzkunde, um das Matching von DVT-Daten erweitert. Die Positionierung der Implantate und die Modellation der Bohrschablonen erfolgen auf den überlagerten Modellen virtuell. Ihre anschließende Herstellung erfolgt subtraktiv. Mittels dieser selbst generierten Schablonen können die Studierenden des 5. Studienjahres im Rahmen des Kurses der Zahnersatzkunde I. und II. unter Supervision die Implantation durchführen. Die Eingriffe erfolgen im Fully-guided-Verfahren. Je nach Zeitpunkt der Implantation und Einheildauer ist es den Studierenden so möglich, die selbstständig geplanten und gesetzten Implantate innerhalb des Kurses mit einer entsprechenden Suprakonstruktion, selbstverständlich digital erfasst, geplant und hergestellt, zu versorgen. Auf diesem Weg wird der komplette Ablauf einer prothetischen Rehabilitation mithilfe der Unterstützung von Implantaten praktisch erlernt.

Ablauf

Die Zuweisung der Patienten an die Studierendenerfolgt grundsätzlich durch den Kursleiter. Er hat sich im Vorfeld einen Eindruck von den Wünschen und Behandlungserfordernissen gemacht. Im klinischen Kurs der Zahnersatzkunde werden alle Patienten über den Praxisstandard hinaus weitreichend untersucht und dokumentiert. Im Fall der Planung eines Zahnersatzes ist die Anfertigung einer Röntgenübersichtsaufnahme obligat. An der MLU Halle-Wittenberg wird das Synoptische Behandlungskonzept vermittelt. So wird basierend auf den Befunden und Diagnosen die notwendige Vorbehandlung geplant und durchgeführt, bevor ein endgültiges Konzept für den Zahnersatz erstellt werden kann. Sämtliche Arbeitsschritte für die Vorbehandlung werden von den Studierenden selbstständig erarbeitet und nach Prüfung durch die Kursassistenten ausgeführt. Nach der Vorbehandlung werden die Befunde umfangreich reevaluiert und es wird ein Konzept für eine definitive prothetische Versorgung erstellt. Die abschließende Beratung des Patienten, insbesondere die Aufklärung über die endgültige Behandlung, deren Umfang und die Kosten sowie den erforderlichen Zeitrahmen erfolgt gemeinsam durch die Studierenden und die Kursassistenten. …

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung ZZI, Ausgabe 4/2108, ab Seite 319): 

 

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Dr. Christian Wegner MSc
Oberarzt und Kursleiter der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der MLU in Halle/Saale
Nicolai Budde
Assistenzarzt der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der MLU Halle/Saale
Sebastian Hinz
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des Departments für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde an der MLU Halle/Saale