Die Problematik einer engen, zahnbegrenzenden Lücke begegnet dem Zahnmediziner häufig bei der implantatprothetischen Versorgung im Frontzahnbereich. Doch gerade hier sind die ästhetischen Ansprüche hoch. Damit steigen die Anforderungen an das chirurgische Können und das Implantatsystem. In diesem Artikel wird ein Implantatsystem vorgestellt, welches von uns im Rahmen einer Studie getestet wurde (Straumann BLT 2,9  mm SC). Der schmale Durchmesser von 2,9  mm und das konische Design gewähren auch bei sehr engen Lücken eine sichere Implantattherapie.

Die Herausforderung: enge Frontzahnlücke

Soll im Frontzahnbereich eine Zahnlücke implantologisch geschlossen werden, limitieren oft ein schmaler Kieferkamm und/oder enge Interdentalräume (weniger als 6  mm) die Situation. Bei einer Einzelzahnlücke gilt das mesiodistale Knochenangebot als wichtiger Faktor bei der Wahl des Implantatdurchmessers. Der Mindestabstand beträgt zwischen Implantatschulter und benachbartem Zahn auf Knochenniveau 1,5  mm. Liegt beispielsweise eine Lückenbreite von lediglich 6  mm vor, lässt sich dies nur mit einem schmalen Implantat realisieren. Einteilige Implantate sind für die Indikation „Einzelzahnlücke“ aufgrund der oft ungünstigen Inklination ungeeignet. Hingegen können zweiteilige Systeme sowohl mit genormten als auch individuellen Aufbauten versorgt werden und ermöglichen ästhetisch optimale Ergebnisse. Durchmesserreduzierte Implantate werden in der Literatur mit einem Durchmesser von 3,5  mm bis 3  mm beschrieben, wobei 3  mm und weniger bislang fast nur einteiligen Implantaten vorbehalten waren. Dank schmaler Implantate stellen also enge Lücken in vielen Fällen keine Kontraindikation für eine Implantattherapie dar. Und doch begegnen dem Zahnmediziner oft Situationen, bei denen die Lücke besonders eng ist und auch ein Implantat mit einem Durchmesser von 3,3  mm an seine Grenzen stößt, zum Beispiel im Bereich seitlicher Schneidezähne oder bei einem Lückenschluss im unteren Frontzahnbereich.

Den ganzen Artikel finden Sie kostenlos als pdf-Datei unter folgendem Download (Erstveröffentlichung teamwork 01/2017):

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Dr. Jan Herrmann
hat in Dresden Zahnmedizin studiert und ist Facharzt für Oralchirurgie und Partner in der Gemeinschaftspraxis Dr. Hentschel & ­Herrmann in Zwickau. Seit 2008 ist er Mitglied des MVZI (Mitteldeutsche Vereinigung für Zahnärztliche Implantologie) und ITI-Mitglied. 2012 absolvierte er das Curriculum Paro­dontologie der Landeszahnärzte­kammer ­Sachsen (LZKS).