Klinisches und prothetisches Protokoll. Röntgenanalyse und klinische Situation mit Abutment (Aufbau) (a) und definitiver Versorgung (b) zu unterschiedlichen Zeitpunkten: Setzen des Implantats (I), Einsetzen der Prothese (P) und erste Nachuntersuchung nach 12 Monaten (R) und nach 7 Jahren (R2) © José Eduardo Maté Sánchez de Val

Hintergrund:

Zahnimplantate haben ihre Eignung für die prognostisch günstige Behandlung von fehlenden Zähnen erwiesen. Eine umfassende Literaturbasis mit zahlreichen Studien ist vorhanden, die die sichere Behandlung belegen. Behandlungsprotokolle und Implantate zur Verbesserung der Osseointegration wurden eingeführt – einschließlich Oberflächentopografie, Implantatdesign (Konstruktion), Implantatkörper, Verbindung, Belastungszeit und Belastungsart. Insgesamt weisen die Überlebensraten in langfristigen Untersuchungen von Implantaten hohe Werte oberhalb von 95 % auf.

Ziel:

Ziel dieser Studie war es, mithilfe der radiologischen Untersuchung die langfristige Stabilität des Knochens um die Implantate zu bewerten.

Material und Methode:

Am Tag der Implantation, zum Zeitpunkt des Einsetzens der Prothese, beim Recall nach einem Jahr und nach 7 Jahren wurden standardisierte Röntgenbilder unter Verwendung eines Parallelisierungssystems (one-position) aufgenommen. 60 Implantate wurden gesetzt und nach einem Zeitraum des gedeckten Einheilens von 3 bis 6 Monaten mit zementierten Metallkeramik- und Zirkoneinzelkronen versorgt. Die radiologische Untersuchung wurde PC-gestützt durchgeführt. Die Abstände zwischen Plattform und erstem Knochenkontakt wurden aufgezeichnet.

Ergebnisse:

Während des Untersuchungszeitraums gingen keine Implantate verloren; auch konnten keine auffälligen Entzündungserscheinungen beobachtet werden. Die gemessenen Abstandswerte zwischen der Implantatplattform und dem ersten Kontakt mit periimplantärem Knochen wurden festgehalten. Zu Beginn der Implantation ergab sich ein durchschnittlicher Abstand von 0,23 ± 0,02 mm mit einer Abweichung von 0,20 ± 0,04 zum Zeitpunkt des Verbindens mit der Prothese und ein Wert von 0,31 ± 0,11 bei der Nachuntersuchung nach einem Jahr. Nach 7 Jahren lag das Knochenniveau bei 0,68 ± 0,03 mm.

Schlussfolgerung:

Angesichts der Einschränkungen einer klinischen Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe lässt sich festhalten, dass die Kombination eines Plattformswitch mit geeignetem Implantatdesign und entsprechenden Aufbauten die Stabilisierung von periimplantärem Gewebe zu ermöglichen scheint. Die apikale Migration des Knochens wird während des langfristigen Untersuchungszeitraums minimiert.

Lesen Sie die vollständige Studie als pdf-Datei
(Erstveröffentlichung ZZI – Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie 02/2017, S. 143-151):

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