Einleitung

Ein durchmesserreduziertes Implantat (DRI) ist ein schmales Implantat mit einem Durchmesser von weniger als 3,75 mm und ist klinisch indiziert, wenn obere seitliche oder untere Schneide­zähne ersetzt werden sollen [1]. Auch eine mesiodistale Breite von unter 6 mm beziehungsweise eine Restknochenbreite von unter 5 mm ist eine mögliche Indikation für den Einsatz von DRI [1].

Dank eines DRIs konnte die Zahl der Fälle, in denen bei völlig zahnlosen Patienten sonst eine Knochenaugmentation erforderlich gewesen wäre, deutlich reduziert werden [2]. Dies würde Komplikationen im Zusammenhang mit Knochenaugmentationen – wie längere Heilungszeiten, zusätzliche Kosten, chirurgisch bedingt erhöhte Morbidität – vermeiden helfen [2,4]. Pommer et al. schlossen in einer kürzlich veröffentlichten Übersichtsarbeit [5], dass sich zwar aus den Studien nur wenig interne Evidenz zur Einstellung der Patienten zu minimalinvasiven Behandlungsalternativen gewinnen ließen, die Zufriedenheit der Patienten mit lappenlosen Eingriffen zur Rehabilitation des vollständig zahnlosen Kiefers in der Regel jedoch hoch sei.

Die Langzeitprognose eines DRIs im oberen und unteren Seitenzahnbereich ist nicht gut dokumentiert. Eine ­aktuelle Studie zu derartigen Implantaten in diesen Bereichen in Kombination mit der Split-Crest-Technik deutet auf hohe Implantat-Überlebensraten hin (97 ­Prozent) [6].

Ortega-Oller et al. zeigten in einer Metaanalyse, dass schmalere Implantate (< 3,3 mm) deutlich höhere Verlustraten hatten als breitere (≥ 3,3 mm) [7]. Dies könnte aber auch durch andere Variablen beeinflusst worden sein, wie die Art der Versorgung, die Struktur der Implantatoberfläche oder den Zeitpunkt der prothetischen Belastung [7]. Klein et al. berichteten in einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit, dass die Überlebensrate von Implantaten mit einem Durchmesser von unter 3 mm nach einer Beobachtungszeit von zwischen ein und drei Jahren über 90 ­Prozent lag [8]. Für Implantate mit einem Durchmesser zwischen 3,0 und 3,25 mm lag die Überlebensrate bei 93,8 Prozent (Beobachtungszeit ein bis fünf Jahre). Implantate mit einem Durchmesser von 3,3 mm oder mehr hatten eine Überlebensrate von 88,9 bis 100 Prozent bei Beobachtungszeiten zwischen ein und zwölf Jahren. Die häufigsten Ursachen für Implantatversagen waren der Verlust der Osseointegration und Infektionen [1,9,10]. Aus diesen Beobachtungen geht hervor, dass DRI Erfolgsraten aufweisen, die mit denen breiterer Implantate vergleichbar sind – und dies nicht nur im Front-, sondern auch im Seitenzahnbereich. Die vorliegende Studie zielte darauf ab, Langzeitergebnisse mit DRI von 2,5 mm Durchmesser als definitive Implantate für die Rehabilitation zahlloser Regionen im Seitenzahnbereich zu analysieren.

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Dr. Eduardo Anitua, DDS, MD, PhD
Vitoria/Spanien