TiUnite ist eine der am gründlichsten untersuchten Implantatoberflächen auf dem Markt. Jetzt hat sich erneut der langfristige klinische Erfolg der Implantate mit TiUnite-Oberflächen gezeigt. In einer vor Kurzem veröffentlichten Vergleichsstudie zu fünf Implantatoberflächen nahm ­TiUnite den ersten Platz ein.
Um die Osseointegration immer weiter zu verbessern, ändern sich Implantatdesign und Implantatoberflächen seit vielen Jahren laufend: von maschinierten (gedrehten) und titanplasmabeschichteten Oberflächen in den 1980er Jahren bis zu sandgestrahlten, geätzten und eloxierten in den 1990er und 2000er Jahren. Die eloxierte ­TiUnite-Oberfläche zeigte mit 98,5 Prozent signifikant höhere Überlebensraten als andere Oberflächen (p < 0.05).
Der Vergleich von sandgestrahlten und säuregeätzten Implantaten mit maschinierten (gedrehten) Implantaten ergab keinen signifikanten Unterschied bei den Überlebensraten, nämlich 96,7 beziehungsweise 96,4 Prozent (siehe Tabelle Abb. 2 Bildergalerie).
Diese Ergebnisse aus Langzeitstudien stimmen mit früheren Ergebnissen überein, die zeigen, dass eloxierte Oberflächen mit einer hohen Überlebenswahrscheinlichkeit und vorhersehbaren, langfristigen Ergebnissen verbunden sind [*].

[*] Eloxierte (1095), sandgestrahlte (1803), TPS- (2765), maschinierte (11 236) und sandgestrahlte/­säuregeätzte (938) Oberflächen

Interview mit Prof. Dr. Wennerberg

Frau Professor Wennerberg, könnten Sie uns Ihre Präsentation bei der EAO kurz zusammenfassen?
Mein Vortrag konzentrierte sich auf zwei kürzlich veröffentlichte Studien. Eine davon verglich die traditionellen gedrehten Oberflächen von Nobel Biocare mit der TiUnite-Oberfläche; bei den klinischen Untersuchungen dazu stellte sich heraus, dass die Überlebensrate viel höher war und die Wahrscheinlichkeit eines Implantatverlusts viel geringer, wenn die Oberfläche anodisch oxidiert wurde.
Im zweiten Teil meiner Präsentation ging ich auf eine neue, veröffentlichte, systematische Übersichtsarbeit mit 62 betrachteten Arbeiten ein. Hier verglichen wir das klinische Ergebnis bei Implantaten mit einer Überlebensdauer von mehr als zehn Jahren – eine Langzeitnachuntersuchung also – hinsichtlich der gemeldeten Implantatverluste und des marginalen Knochenschwunds. Von allen marktbeherrschenden, mäßig rauen Oberflächen – sandgestrahlt, titanplasmabeschichtet, maschiniert, sandgestrahlt und säuregeätzt oder anodisch oxidiert – wies Letztere erneut die geringste Ausfallwahrscheinlichkeit auf.

Sie legen den praktizierenden Zahnärztinnen und Zahnärzten nahe, nur gut dokumentierte Systeme einzusetzen. Woran erkennt man denn, ob ein System wirklich gut dokumentiert ist?
Am einfachsten fordert man beim Hersteller oder Distributor des jeweils interessanten Implantatsystems das gesamte verfügbare Material an, um festzustellen, ob überhaupt eine echte Dokumentation vorhanden ist. Wenn es eine Dokumentation über fünf Jahre mit Erfolgsraten oder Überlebensraten von etwa 95 Prozent oder mehr gibt, sind Sie einigermaßen auf der sicheren Seite. Diese Prüfung wird immer wichtiger, denn es gibt inzwischen so viele Nachahmerprodukte, dass man manchmal gar nicht weiß, was man da eigentlich einkauft. Andererseits ist es heutzutage viel einfacher als früher, Informationen zu beschaffen, aber man muss auch wirklich danach fragen. Außerdem muss man sich vorab sachkundig machen, um die erhaltenen Informationen auch beurteilen zu können.

Sie haben Ihre Laufbahn als Zahnärztin auf dem Gebiet der Prothetik begonnen. Woher kommt Ihr Interesse an Implantatoberflächen?
Ich habe zehn Jahre lang privat praktiziert, aber ich sehnte mich dann doch wieder nach dem akademischen Leben. Ich nahm daher Kontakt mit Prof. Dr. Tomas ­Albrektsson auf, der mir ein Projekt zum Thema Implantatoberflächen anbot. ­Damals hatte ich noch keine Ahnung von dem Thema. Es stellte sich im Lauf der Zeit heraus, dass es sehr aufwendig und langwierig war, Messtechniken zu identifizieren, die für die Bewertung verschiedener Oberflächen geeignet waren. Erst danach konnten wir zu experimentellen Studien übergehen. Das war der Anstoß für mein Promotionsvorhaben Anfang der 1990er-Jahre, und ich bin bis heute immer noch von diesem Thema fasziniert.

Herzlichen Dank für dieses Gespräch, Frau Professor Wennerberg.

Das Interview ist in Ausgabe 4/2018 im BDIZ EDI konkret erschienen.

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