Zusammenfassung

Zu dem umstrittenen Thema dentale Implantate im Wachstum wurde vor 15 Jahren ein interdisziplinäres Konzept entwickelt, das zu positiven funktionellen und ästhetischen Ergebnissen im Oberkieferfrontzahnbereich führen sollte. Das chirurgische Vorgehen und die Positionierung der Implantate wurden in Abänderung der anerkannten Regeln für Erwachsene so modifiziert, dass das zu erwartende Kieferwachstum berücksichtigt wurde. Im Adoleszentenalter von 12–17 Jahren wurden bei Nichtanlagen und nach traumatischem Zahnverlust 179 Implantate im Oberkieferfrontzahnbereich inseriert. Halbjährliche Kontrolluntersuchungen mit einer standardisierten Fotodokumentation erlaubten eine Beurteilung des Verlaufs. Bei 46 Patienten mit 67 Implantaten konnten bisher die Untersuchungen bis zum Abschluss des Wachstums durchgeführt und ausgewertet werden. Die Ergebnisse der fotometrischen Analyse zeigen, dass im Vergleich zu den korrespondierenden Zähnen während der Wachstumsphase gewisse ästhetische Kompromisse eingegangen werden müssen, dass aber nach abgeschlossenem Kieferwachstum in allen Fällen im Vergleich der weißen und roten Ästhetik keine signifikanten Unterschiede zu den korrespondierenden Zähnen bestanden. Vor allem bei frühzeitiger Implantation sind in dem Therapiekonzept eingeplante mehrfache Änderungen der prothetischen Versorgung oder Neuanfertigungen der Kronen erforderlich. Die bisherigen Ergebnisse sind sehr ermutigend und sprechen für das neu entwickelte Behandlungskonzept. Auch die Patienten, die sich noch in der Wachstumsphase befinden, zeigen einen bislang positiven Verlauf.

Einleitung und Problemstellung

Nichtanlagen der seitlichen oberen Schneidezähne und ein traumatischer Zahnverlust sind bei Kindern und Jugendlichen die häufigsten Ursachen für Lücken im Oberkieferfrontzahnbereich [2]. Das Fehlen der Zähne hat vielfältige Folgen, die neben der eingeschränkten Funktion vor allem die Entwicklung des Alveolarfortsatzes, die Ästhetik und die psychosoziale Entwicklung der Kinder bzw. der jugendlichen Patienten betreffen. Die verschiedenen konservativen Versorgungsmöglichkeiten wie herausnehmbarer Zahnersatz oder Adhäsivbrücken sind häufig unbefriedigend und können das Problem der fortschreitenden Atrophie infolge Funktionslosigkeit in der betroffenen Region nicht verhindern [26].

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung ZZI, ab Seite 196): 

 

Artikelempfehlungen

Teilen:
Dr. Jan Tetsch MSc MSc