Um das Problem zu lösen, fanden Abutments mit oft zementierten provisorischen Kronen vermehrt Verwendung, um eine optimale Passung und Abdichtung zu gewährleisten. Leider musste häufig der Verbund auf Weichgewebslevel zerstört werden, sobald die definitive Versorgung eingesetzt wurde. Manipulationen der Weichgewebe 24 bis 48 Stunden post OP zum Einsetzen von gefrästen oder gegossenen Abutments sind aber in vielen Situationen nicht ideal.

In einem systematischen Review mit Metaanalyse wurden verschiedene Sofort­belastungsprotokolle nach der Art der Restauration analysiert. Dabei konnten keinerlei statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (festsitzend, herausnehmbar, provisorisch, definitiv) festgestellt werden. Es zeigte sich jedoch, dass bei Patienten mit einer definitiven Versorgung die ISQ-Werte (Implantatstabilitätsquotient) auf höhere Werte anstiegen. Das lässt darauf schließen, dass das Verbleiben der Versorgung sich nicht nur positiv auf die Weichgewebe auswirkt, sondern auch auf die Integration des sofortbelasteten Implantats [6]. Diese Studie führte uns zu der Frage, ob eine besondere Versorgung, die sich an die unterschiedlichen Gewebe anpasst, Einfluss auf die Integration eines speziellen sofort belasteten Implantats hat. Dieses Konzept mit dem Namen „BioBlock“, also verschiedene Oberflächen adaptiert an verschiedene Gewebe, war entscheidend bei unseren aktuellen Untersuchungen. Könnte es doch die Vorhersehbarkeit aller Implantationen, auch mit Sofort­belastung, verbessern.

Diese Erkenntnisse und Erfahrungen über den hermetischen Verschluss zwischen Implantat und Abutment sowie den ­Passive-Fit zwischen Abutment und ­Krone bei Einzelzahnversorgungen führten zur Entwicklung der Unit-Distanzhülse: eines rotationsgesicherten transepithelialen ­Abutments für verschraubte Einzelzahnversorgungen, das neben der hermetischen Abdichtung zum Implantat auch den ­Passive-Fit der Versorgung nach der Implantation ermöglicht und somit die Sofortversorgung vereinfacht. Diese Distanzhülse ist Teil des BioBlock-Konzepts, das die UnicCa-Implantatoberfläche (Unic­Ca-Oberfläche siehe unten) mit der Ti Golden-Oberfläche des Abutments kombiniert. Dadurch werden der dichte Verschluss zwischen Implantat und ­Abutment und der Passive-Fit der Krone gewährleistet. So entsteht von Anfang an eine perfekte Verbindung, die zu höheren Erfolgsraten führt.

Was die Merkmale der Oberfläche betrifft, so bedeutet UnicCa mit drei Rauheitsgraden eine geringe Rauheit im Implantatschulterbereich. Diese unterstützt die Knochenstabilität und minimiert die bakterielle Besiedlung. Die hohe Rauheit mit Poren an den Gewindeflanken verbessert die Implantatstabilität, und die mittlere Rauheit am Implantatkörper unterstützt die Osseointegration, ohne dabei die mechanischen Eigenschaften des Implantats zu gefährden.

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung BDIZ EDI konkret, Ausgabe 4/2018, ab Seite 74): 

 

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Dr. Eduardo Anitua, DDS, MD, PhD
Vitoria/Spanien