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Die Natur ist unser Vorbild und bildet für jeden Ersatz oder jede Regeneration von Gewebe das höchste zu erreichende Ziel. Jedes Implantat ist nur ein Ersatz eines Zahns, und daher sollte gut abgewogen werden, ob ein Zahn entfernt und durch ein Implantat ersetzt wird. Was führt aber zum Zahnverlust?

Die Daten der aktuellen Deutschen Mundgesundheitsstudie zeigen, dass Parodontalerkrankungen weit verbreitet sind und seit 1997 eher zugenommen haben. Unter den Erwachsenen leiden 52,7 % unter mittelschweren (CPI Grad 3) und 20,5 % unter schweren Formen der Parodontitis (CPI Grad 4; Tabelle 3). Bei den Senioren sind 48,0 % von einer mittelschweren und 39,8 % von einer schweren Erkrankung betroffen. Grund für diesen negativen Trend könnte beispielsweise der Umstand sein, dass bei diesen Altersgruppen weniger Zähne durch Karies verloren gehen. Infolgedessen sind die vorhandenen Zähne mit zunehmendem Lebensalter einem steigenden Risiko für parodontale Erkrankungen und auch für Wurzelkaries ausgesetzt. Parodontalerkrankungen können wir, wenn die Compliance des Patienten gegeben ist, mit großem Erfolg behandeln. Das bedeutet, dass wir Patienten mit dieser Erkrankung und fehlenden Zähnen sehr gut mit Implantaten versorgen können.

Brückenversorgung verschlechtert Prognose für Pfeilerzahn

Die Entscheidung, eine prothetische Brückenversorgung auf parodontal geschädigten Zähnen zu verankern, verschlechtert die Prognose für den Pfeilerzahn und somit die Versorgung enorm. Daher ist eine möglichst einzelstehende Versorgung der Zähne mit dem Ersatz in den Lücken oder Freiendsituationen durch Implantate ideal. Dadurch kann der Patient eine festsitzende Versorgung mit dem Erhalt seiner eigenen Restzähne bekommen. Die Ästhetik stellt bei parodontal geschädigten Zähne ein Problem dar. Der Rückgang des Knochens führt zu gingivalen Rezessionen, die lange Zähne mit schwarzen Dreiecken verursachen. Diese können minimalinvasiv mit adhäsiven Kompositversorgungen versorgt werden.

Sind große Torschädigungen durch Karies, Füllungen, Kronen etc. vorhanden, sollte der Patient mit laborgefertigten keramischen Arbeiten rehabilitiert werden. Die natürliche Gestaltung des Zahnersatzes ermöglicht eine ästhetische und altersgerechte Versorgung unserer Patienten. Herausnehmbarer Zahnersatz bietet für die allermeisten Patienten keine wirklich Alternative. Und wenn doch, dann nur mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität der Patienten. Vor der Behandlung sollten die funktionellen und ästhetischen Analysen, wie zum Beispiel die notwendige Zahngröße, die Lachlinie und der gingivale Verlauf, in enger Absprache mit dem Zahntechniker erfolgen.

Den vollständigen Artikel (Erstveröffentlichung DENTAL MAGAZIN 8/2017, S. 44-48) mit einem klinischen Fallbeispiel finden Sie hier zum Download:

 

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Dr. Paul Leonhard Schuh, ZT Andreas Schenk