Aufmacher_ab_EAO Wien
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Kohal erfüllte den Part der Pro-Titan-Fraktion. Es lägen klare Langzeitdaten vor, die zeigen, dass dieses Material außerordentlich stabil und die Überlebensraten hoch sind. Es müsse bedacht werden, dass demgegenüber das Portfolio an Möglichkeiten mit keramischen Implantaten derzeit – zwangsläufig – noch stark eingeschränkt sei.

Tatsächlich seien Keramikimplantate erst wirklich praxisseitig eine echte Alternative, seit zweiteilige Versionen im Markt seien. Hier gebe es aktuell teilweise aber noch Probleme mit dem Retentionssystem. Immer mehr seiner Kollegen, berichtete Kohal, würden bereits komplette Kieferversorgungen auf Zirkon-Implantaten durchführen. Für sich selbst würde er sich – auf eine entsprechende Frage des Moderators Cordaro hin – Zirkon- und Titanimplantate wünschen – immer abwechselnd gesetzt.

PD Dr. Goran Benic, Universität Zürich, berichtete, dass erste initiale Studiendaten gute Ergebnisse – bezogen auf die Parameter Osseointegration, Weichgewebsintegration und Kurzzeit-Performance zeigten, ähnlich den Daten von Titanium. Nun müssten die Langzeitdaten abgewartet werden. Einteilige Zirkonimplantate zeigen begrenzte Flexibilität im chirurgischen und prothetischen Bereich. Sie sind vor allem geeignet für Fälle mit hoher Primärstabilität, ohne Weichgewebsmaßnahmen und reduzierter Gingiva. Benic betont, dass wenn sich der Trend positiver Studienergebnisse auch in der Langzeitbetrachtung durchsetze und es bei dem starken Wunsch der Patienten nach metallfreien Versorgungen bleibe, dann könnten Zirkon-Implantate eine bessere Therapieoption in manchen Patientenfällen sein als Titan-Implantate.

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mm
ist Volontärin in der Redaktion des Deutschen Ärzteverlags.