Der Neurologe und Psychiater PD Dr. Volker Busch referierte über Erfahrungsprozesse und gab hilfreiche Tipps, wie die „Erfahrungsbibliothek“ stetig weiter wachsen kann. © Bernd Schunk

Der Regensburger Doppel-Facharzt für Neurologie sowie für Psychiatrie und Psychotherapie am Lehrstuhl der Universität Regensburg führte die Implantologen in die Welt der Verarbeitungsprozesse des Gehirns bei der Entscheidungsfindung. „Kopf oder Bauch – wie wir die (klügeren) ärztlichen Entscheidungen treffen“ lautet sein Thema.

Unterhaltsam und faktenreich schilderte Busch die Verarbeitungs- und Selektionsprozesse unseres Gehirns, das im präfrontalen Cortex, im Hippocampus (unserer „Erfahrungsbibliothek“) und im Cingulum (im limbischen System) eine unfassbare Menge an Informationen täglich aufnimmt, bewertet und verarbeitet – das meiste wird gelöscht: Nur 0,7 Prozent der eingehenden Informationen hält unser Gehirn für relevant. Und doch speichert das „Unbewusste“ (über Intuition und Emotion) rund 11 Mio. bit pro Sekunde, während das „Bewusste“ (also der Verstand) nur ca. 40 bit pro Sekunde behält.  

„Erfahrungsbibliothek“ wächst ein Leben lang

Während die Hirnleistung als Intelligenz nicht steigerbar ist, wächst die Intuition, also die „Erfahrungsbibliothek“ – und zwar durch trainierbare Re-Evaluation. Das mache erfahrene Ärzte vor allem in der Diagnostik immer besser – und mit dieser wachsenden Erfahrung vielen technisch erfassten Daten überlegen. Busch empfahl seinen Zuhörern, jeden Abend die eigenen Entscheidungen des Tages durchzugehen: War das Ergebnis wie erwartet? Was war meine Intuition? Diese tägliche kurze Aufarbeitung lasse die Erfahrungsbibliothek bewusst weiterwachsen und das eigene Handeln erheblich verbessern.

Und das wäre auch die Antwort auf die Frage von T.S. Eliot: „Wo ist die Weisheit, die wir in den Informationen verloren haben…?“  

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Bernd Schunk ist als Fachjournalist Leiter der Redaktion Medizin/Zahnmedizin im Deutschen Ärzteverlag.