„Die Leitlinien sind ein wichtiger Schritt, um die Versorgung und die Qualität der Behandlung von über 11 Millionen Parodontitispatienten zu verbessern. Und sie sind ein wichtiger Beitrag, um durch konsequentes Biofilmmanagement die Prävention auf eine breitere Basis zu stellen“, bilanzierte DG PARO-Präsident Prof. Christof Dörfer.

Die Empfehlungen in den Leitlinien basieren auf einer systematischen Auswertung der Literatur unter Heranziehung von praxisrelevanten therapeutischen Endpunkten sowie einem breiten Konsens einer repräsentativen Gruppe von Anwendern und Adressaten der Leitlinie. Neben den jeweiligen Leitlinienteams waren Vertreter von 15 Fachgesellschaften, der BZÄK und der KZBV sowie das AWMF-Institut für Medizinisches Wissensmanagement eingebunden. „Die Anwender der Leitlinien können sich also sicher sein, dass die Empfehlungen ohne Einflussnahme von spezifischen Interessengruppen und unter Einhaltung strenger Regularien erstellt wurden“, zieht der Leitlinienbeauftragte der DG PARO, Prof. Moritz Kebschull, Bilanz.

Prof. Dörfer betonte, dass es der DG PARO wichtig war, die für die Praxis benötigten Leitlinien auf der höchsten Qualitätsstufe der Entwicklungsmethodik S3 in diesem mehrstufigen, streng formalisierten Vorgehen zu erstellen und damit Sicherheit zu schaffen zu allen Fragen einer optimalen Behandlung und Prävention. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass Leitlinien nicht die Vielfalt der individuellen Rahmenbedingungen beim einzelnen Patienten abbilden und daher nicht die individuelle therapeutische Entscheidung ersetzen. Diese liege weiterhin in der Verantwortung des behandelnden Zahnarztes.

Zu den Leitlinien plant die DG PARO auch spezielle Empfehlungen für Patienten zu erstellen. Zahnarztpraxen können dann top aktuelles, evidenzbasiertes Wissen für die Patienteninstruktion und -aufklärung einsetzen. Prof. Kebschull wies zudem darauf hin, dass diese ersten parodontologischen Leitlinien auf S3 Niveau in Deutschland den Anstoß für ein internationales Leitlinienvorhaben gegeben haben, das von der Europäischen Föderation für Parodontologie (EFP) mit ihren 30 Mitgliedsnationen koordiniert wird.

Die neuen Leitlinien im Überblick

Häusliches mechanisches Biofilmmanagement in der Prävention parodontaler Erkrankungen

Leitlinienteam: PD Dr. C. Graetz, PD Dr. K. El-Sayed, Dr. S. Sälzer, Prof. C. Dörfer

Die Leitlinie zum häuslichen mechanischen Biofilmmanagement stellt ein evidenz- und konsensbasiertes Instrument dar, mit der das Potenzial und die Besonderheiten verschiedener häuslicher Hilfsmittel zur Prävention parodontaler Erkrankungen zusammengefasst werden. Die zentralen Empfehlungen lauten: >>>

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