Die neuesten Ergebnisse der DMS-V-Studie zeigen das Ausmaß der parodontalen Erkrankungen in Deutschland. Der Anteil der 35- bis 44-Jährigen mit schwerer Parodontitis hat sich seit dem Jahr 2005 halbiert (DMS IV: 17,4 %; DMS V: 8,2 %), trotzdem weist jeder zweite jüngere Erwachsene (52 %) eine Parodontitis auf. Hiervon leiden 43,4 % an einer moderaten und jeder Zehnte an einer schweren Parodontitis. Auch in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen zeigt sich ein Rückgang der schweren Parodontalerkrankungen (DMS IV: 44,1 %; DMS V: 19,8 %). Dennoch kann bei jedem Zweiten (65 %) eine parodontale Erkrankung diagnostiziert werden. So weist jeder Zweite dieser Altersgruppe eine moderate (44,8 %) und jeder Fünfte eine schwere Parodontitis auf. Durch den demografischen Wandel und besonders durch die Tatsache, dass im Jahr 2030 der Großteil der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein wird, kann ein deutlicher parodontaler Behandlungsbedarf prognostiziert werden [3].

Klinische Diagnostik

Die klinische Diagnostik nimmt nach wie vor einen sehr großen Teil an der parodontalen Befundung ein. Sie ist sowohl für die genaue Diagnosestellung als auch für die nachfolgende Therapie unerlässlich. Jeder klinischen Diagnostik geht eine allgemeine und spezielle Anamnese voraus. Die Allgemeinanamnese dient dazu, Grunderkrankungen wie Diabetes oder vorliegende Herzerkrankungen, Allergien und den Raucher- und Medikamentenstatus festzustellen. Die spezielle Anamnese ist hingegen auf die dentale Vorgeschichte des Patienten gerichtet. So werden beispielsweise Informationen, wie der Zeitpunkt des letzten Zahnarztbesuchs, mögliche familiäre Häufungen parodontaler Erkrankungen oder frühere Parodontalbehandlungen eingeholt. Wie bei jedem Patienten sollte regelmäßig der Parodontale Screening Index (PSI) erhoben und bei Vorliegen von Code 3 und 4 weiterführende parodontale Diagnostik durchgeführt werden. Hierzu zählen das Erheben von Entzündungsindizes, wie der Papillen-Blutungs-Index (PBI) und der Gingivale Blutungsindex (GBI) sowie Plaqueindizes, wie der Approximalraum- Plaque-Index (API) und der Plaque-Control-Report (PCR). Diese Indizes dienen dazu, die Qualität der häuslichen Mundhygiene zu bestimmen und gingivale von parodontalen Entzündungen zu differenzieren …

Lesen Sie den vollständigen Artikel kostenlos als PDF-Datei (Erstveröffentlichung teamwork, Ausgabe 6/2017, Seite 424-429): 

 

Artikelempfehlungen

  • Aspekte aus Sicht der Praxis

    Minimalinvasiver Therapieansatz bei Mukositis und Periimplantitis

    Therapie und Prothetik / Fokus - Statements in teamwork

  • Expertenzirkel

    Was bringt die regenerative PA-Therapie?

    Die gesteuerte Geweberegeneration (GTR) und die gesteuerte Knochenregeneration (GBR) haben die Parodontalchirurgie revolutioniert. Im Gegensatz zu konventionellen Therapien führen die Maßnahmen zu einem echten Wiedergewinn verloren gegangener parodontaler Strukturen mit Neubildung von Wurzelzement, Desmodont und Alveolarknochen. Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen?

Teilen:
Dr. Alexander Müller-Busch
Zahnarzt in Ingolstadt