Hauptgebäude der Sahlgrenska Akademie der Universität Göteborg, wo ein Teil der Studie erarbeitet wurde © Göran Olofsson

In dieser Studie versorgte man 97 teilbezahnte Patienten mit insgesamt 346 Brånemark Implantaten im posterioren Oberkiefer. Den marginalen Knochenabbau der natürlichen Dentition bestimmten die Studienautoren röntgenologisch zum Zeitpunkt der Implantatversorgung. Über einen speziellen ArB-Score (Alters-bezogenen Knochenverlust Score) wurden die bereits vorhandenen parodontalen Destruktionen festgehalten. Die beiden Extreme bei der Normalverteilung des ArB-Scores definierten Hardt und seine Kollegen als „Paro“- oder „Nicht-Paro“- Patienten. Die primäre Fragestellung galt den Implantatverlusten und dem periimplantären Knochenverlust über einen Beobachtungszeitraum von fünf Jahren.

Ergebnisse und Konklusion

Während dem Beobachtungszeitraum gingen 18 Implantate (5,2 Prozent) verloren. Davon lag die Misserfolgsrate bei den „Nicht-Paro“-Patienten bei 3,3 Prozent und bei den „Paro“-Patienten bei 8 Prozent. 34 Prozent der Patienten zeigten einen Knochenabbau von > 2 mm und 39 Prozent der Implantate erfuhren eine Knochenreduktion von 2 mm. Die „Nicht-Paro“- Patienten und die „Paro“-Patienten zeigten einen Knochenabbau von 1,7 mm und 2,2 mm. Eine Verbindung zwischen dem ArB-Score und den periimplantären Knochenveränderungen konnte statistisch nachgewiesen werden. Insgesamt 64 Prozent der „Paro“- Patienten zeigten einen Knochenabbau > 2 mm im Vergleich zu 24 Prozent der „Nicht-Paro“- Patienten. Der Prozentsatz der Implantate mit >2 mm Knochenabbau während der fünf Jahre Beobachtungszeitraum betrug 62 Prozent bei den „Paro“- und 44 Prozent bei den „Nicht-Paro“- Patienten.

Folgerung für den Praktiker

Diese Studie zeigt, dass periimplantäre Knochenverluste um Implantate des posterioren Oberkiefers mit einem bereits zuvor verlorengegangenen Attachmentverlust korrelieren. Somit könnte die Misserfolgsrate bei parodontal vorgeschädigten Patienten erhöht sein. Patienten sollten über dieses mögliche Risiko vom behandelnden Arzt aufgeklärt werden.

Orginalpublikation // Outcome of implant therapy in relation to experienced loss of periodontal bone support: A retrospective 5-year study // Christoph R.E. Hardt, Kerstin Gröndahl, Ulf Lekholm und Jan L. Wennström // Clin. Oral Impl. Res, 13, 2002; 488–494 //

Die komplette Studie finden Sie hier.

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Dr. med. dent. Alexander Müller-Busch
Beschäftigt sich intensiv mit den Neuerungen in den Fachgebieten Parodontologie und Implantologie und ist seit 2016 in einer Gemeinschaftspraxis in Ingolstadt niedergelassen.