Im Würzburger Konzept werden alle Zähne bis zur Reevaluation belassen, sofern sie nicht so stark gelockert sind, dass Verschlucken oder Aspirieren mögliche Gefahren darstellen. Eine Extraktion mit der Begründung eines stark vorangeschrittenen Knochenverlusts findet nicht statt. Alle übrigen Zähne werden in die Initialtherapie  eingeschlossen. Hierbei werden die Patienten in zwei Gruppen unterschieden. Die Patienten, welche noch über alle Zähne und über eine sogenannte geschlossene Zahnreihe verfügen und solche, bei denen bereits Zähne verloren gegangen sind und prothetischer Handlungsbedarf besteht. Sind noch keine Zähne verloren, führt eine Extraktion von geschädigten Zähnen, sofern es sich nicht um dritte oder zweite Molaren handelt, zwangsläufig zu einer prothetischen Handlungsnotwendigkeit. Jedoch ist die Versorgung von parodontologisch vorgeschädigten Patienten durch das gesteigerte Zahnverlustrisiko häufig schwieriger als beim parodontologisch gesunden Patienten [2]. Die Rekonstruktion mit Implantaten ist – sofern die PA‑Behandlung erfolgreich verläuft – nicht ausgeschlossen.

Therapieoptionen anstelle einer Extraktion

Gerade beim vollbezahnten Patienten zieht die Extraktion von einzelnen oder mehreren Zähnen in der Regel eine prothetische Rekonstruktionsnotwendigkeit nach sich. Jedoch wird durch die Extraktion das ursächliche Problem nicht behandelt, sodass die erste Extraktion nur der Beginn folgender Extraktionen ist. Gerade in der Phase von der Initialtherapie bis zur Reevaluation lässt sich noch nicht abschätzen, wie es um das Regenerationspotenzial der betroffenen Zähne bestellt ist. Häufig sprechen stark befallene und initial als extraktionswürdig eingestufte Zähne sehr gut auf die Therapie an und können im weiteren Behandlungsverlauf erhalten bleiben (Abb. 1). Um in der Heilungsphase den Heilungsverlauf der betroffenen Zähne zu optimieren, gibt es folgende Möglichkeiten: …

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Dr. Frederic Kauffmann
Dr. Frederic Kauffmann ist als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Zahn-, Mund- und Kiefergesundheit der Universität Würzburg und in der Poliklinik für Zahnerhaltung tätig.