Einleitung

Häufig ist eine chirurgische Korrektur der Weichgewebe aufgrund funktioneller und/oder ästhetischer Gründe im Rahmen einer zahnärztlichen Behandlung notwendig. Hier seien zum einen die Verbreiterung der keratinisierten Gingiva durch ein freies Schleimhauttransplantat (FST) oder die Verwendung eines subepithelialen Bindegewebetransplantats (BGT) im Rahmen einer Rezessionsdeckung genannt und zum anderen der Volumenaufbau im Bereich der Ponticgestaltung sowie der Implantologie. Orale, autogene Transplantate aus dem Gaumen wie das bereits genannte FST oder BGT können als der aktuelle Goldstandard in der Zahnmedizin betrachtet werden [1-4]. Jedoch ist die Entnahme von FST beziehungsweise BGT möglicherweise mit zusätzlichen Beschwerden verbunden, zum Beispiel aufgrund sekundärer Wundheilung [5] und mit Risiko für postoperative oder intraoperative Blutungen durch Verletzung der Gaumenarterie vor allem im flachen Gaumen [6]. Liegt außerdem ein sehr großer Volumendefekt vor oder sollen Transplantate über mehrere Zahnbreiten entnommen werden, kann die Gewebeentnahme an beiden Seiten des Gaumensoder die Aufteilung in mehrere Eingriffe aufgrund der begrenzten Entnahmemöglichkeit erforderlich werden. Daher wurden verschiedene Kollagenmatrizes (KM) – hauptsächlich auf Basis menschlicher oder porciner Dermis – entworfen und präklinisch wie auch klinisch als Alternative zu autogenem Gewebe untersucht [7-10]. Ursprünglich wurden einige dieser Materialien für die Behandlung von Brandwunden oder Hernien in der Allgemeinmedizin entwickelt. Unbegrenzte Verfügbarkeit, reduzierte Morbidität und kürzere Behandlungszeit sind die vorteilhaften Aspekte dieser Matrizes.

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Dr. Kai Fischer
Dr. Kai Fischer ist Oberarzt in der Abteilung für Parodontologie der Universität Witten-Herdecke. Seine Forschungsschwerpunke liegen in den Bereichen „gingivale Biotypen“, „Kollagenmatrizes zum Weichgewebsaufbau“ und „Socket Preservation“ nach Zahnextraktion.